Die Messehallen der Integrated Systems Europe (ISE) in Barcelona standen dieses Jahr ganz im Zeichen der Direct-View-LED-Displays. Diese Bildschirme werden aus kompakten LED-Modulen zusammengesetzt, die rand- und nahtlos ineinandergreifen, was eine große Flexibilität in der Formatgestaltung ermöglicht, ohne dass störende Bildübergänge sichtbar sind.
Die Entwickler streben weiterhin nach kleineren Pixelabständen von 1 bis 1,5 Millimetern, die gleichzeitig erschwinglich bleiben. Diese Herausforderung besteht noch bei der Entwicklung von LED-Fernsehern. Auf der ISE waren zudem große Eyecatcher sowie All-in-One-Displays mit Mini-LED- oder sogar Mikro-LED-Technologie zu sehen, die sich nicht nur für Wandinstallationen eignen, sondern auch in Konferenzräumen auf Rollgestellen und in Größen von 120 bis 180 Zoll eingesetzt werden können.
LED-Displays als Alternative zu Projektoren
LED-Displays bieten auch in hell erleuchteten Räumen ein tiefes Schwarz, im Gegensatz zu Projektionswänden, die stark auf Umgebungslicht reagieren und etwa 95 Prozent des Lichts reflektieren sollen. Die Oberfläche eines LED-Displays reflektiert dagegen nur etwa 5 Prozent des Lichts, was die Bildkontraste in hellen Umgebungen verbessert.
Dank der geringen Größe der RGB-LEDs im Verhältnis zu der ihnen zugeordneten Fläche können nahezu transparente Displays hergestellt werden, die auf flexiblen Trägern auch gebogen oder flexibel gestaltet werden können und so zu echten Blickfängern werden.
Die Herausforderung der Display-Blindheit
In der Welt des Digital Signage geht es darum, die Aufmerksamkeit der Passanten zu gewinnen. Ein Problem dabei ist die sogenannte „Display-Blindheit“, bei der Passanten die Inhalte oft nur flüchtig wahrnehmen. Leuchtende Farben und dynamische Inhalte können zwar die Aufmerksamkeit steigern, werden aber oft als aufdringlich empfunden.
Um dies zu umgehen, setzen Werbetreibende auf personalisierte Inhalte und Interaktionsmöglichkeiten. Zukünftig soll dies durch den Einsatz von Large-Language-Modellen und generativer KI, kombiniert mit Sensoren, weiter optimiert werden. Generative KI ermöglicht es zudem, kostengünstig statische und bewegte Bilder zu erzeugen, ohne echte Akteure einsetzen zu müssen.
Digitale Menschen
Pantheon Lab aus Hongkong nutzt KI, um digitale Menschen in Signage-Systeme zu integrieren. Das Unternehmen arbeitet mit Partnern in Asien und den USA zusammen und bietet ein SAAS-Tool an, mit dem Kunden eigene Videoclips mit digitalen Charakteren erstellen können.
Diese digitalen Charaktere können Informationsdisplays in interaktive Anlaufpunkte verwandeln, die in Flughäfen, Bahnhöfen oder Einkaufszentren Fragen beantworten oder Transaktionen durchführen können. Nur bei Bedarf wird eine Verbindung zu echten Servicekräften hergestellt.
KI-Agenten
Reaktive Systeme, die auf Kundenanfragen warten, sind nur ein Teil der Zukunft. Proaktive KI-Agenten, die von sich aus agieren können, stellen laut Christina Tse von Pantheon Lab die nächste Generation dar. Diese können beispielsweise selbstständig Vorschläge machen oder Hilfestellungen anbieten, ohne dass der Nutzer spezifische Anfragen stellen muss.
Distanzlosigkeit in der digitalen Kommunikation
Bei Videokonferenzen ist die Schaffung eines Gefühls der Nähe trotz räumlicher Trennung ein wichtiger Aspekt. Cisco bezeichnet dies als „Zero Distance“. Systeme versuchen, dies mit KI-Algorithmen nachzubilden, indem sie die jeweils sprechende Person in den Fokus rücken und deren Bewegungen im Raum verfolgen.
3D ohne Brille
Google demonstrierte auf der ISE das Projekt Starline, das Personen in Videokonferenzen den Eindruck vermittelt, ihrem Gegenüber physisch gegenüberzusitzen. Dies wird durch ein autostereoskopisches 3D-Display erreicht, das eine räumliche Darstellung ohne spezielle Brille ermöglicht.
Energiesparende E-Paper-Displays
E-Paper-Displays, die nur Strom für den Inhaltswechsel benötigen und sogar mit Akkus betrieben werden können, bieten eine energiesparende Alternative zu herkömmlichen Displays. Auf der ISE wurden unter anderem reflektive E-Paper-Displays mit einer Diagonale von 32 Zoll und E-Paper-Wände im 75-Zoll-Format präsentiert.
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Experte für Popkultur und Filmfan, erkundet Max Jäger die Welt der Unterhaltung mit neugierigem und lockerem Blick. Er teilt gerne die Geschichten hinter den Stars und entschlüsselt die Trends, die die Medienlandschaft prägen.





