Lymphdrüsenkrebs ist eine heimtückische Erkrankung. Es ist entscheidend, bestimmte Anzeichen frühzeitig zu erkennen und sie medizinisch abklären zu lassen.
Krebserkrankungen wie Lymphdrüsenkrebs und Knochenmarkkrebs sind allgemein als gefährliche Krankheiten des lymphatischen Systems bekannt. Es ist essentiell, gewisse Warnsignale ernst zu nehmen.
Anders als viele andere Krebsarten, betrifft das lymphatische System nicht ein spezifisches Organ, sondern erstreckt sich als Teil des Immunsystems über den ganzen Körper.
Zum lymphatischen System gehören Lymphknoten, die Thymusdrüse, die Milz, der lymphatische Rachenring einschließlich der Mandeln und das Knochenmark, welches für die Bildung von Blutzellen verantwortlich ist.
Unterschiede zwischen Non-Hodgkin-Lymphom, Hodgkin-Lymphom und Multiplem Myelom
Abhängig von den betroffenen Zellen lassen sich die Krebserkrankungen in verschiedene Kategorien einteilen:
1. Non-Hodgkin-Lymphom
Das Non-Hodgkin-Lymphom ist die häufigste Art von Lymphomen, mit über 17.000 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland. Es beinhaltet alle malignen Erkrankungen des lymphatischen Systems, die nicht als Hodgkin-Lymphom klassifiziert werden. Professor Mathias Witzens-Harig aus Heidelberg, ein Experte auf diesem Gebiet, definiert diese Gruppe als über 50 verschiedene Einzellymphome, einschließlich des aggressiven Burkitt-Lymphoms.
2. Hodgkin-Lymphom
Das Hodgkin-Lymphom, auch als Morbus Hodgkin bekannt, wird jährlich bei etwa 2400 Menschen in Deutschland diagnostiziert. Es kann neben den Lymphknoten auch andere Organe wie die Milz oder das Knochenmark betreffen. Diese Krebsart wurde erstmals von dem britischen Arzt Thomas Hodgkin beschrieben.
3. Multiples Myelom
Das Multiple Myelom, das zu den Non-Hodgkin-Lymphomen zählt, beeinflusst vor allem Knochen, Knochenmark und Nieren. Jährlich werden mehr als 6.000 Fälle in Deutschland registriert.
Diese Krankheiten entstehen aus spezifischen Zellen des lymphatischen Systems. Beim Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom sind es veränderte Lymphozyten, beim Multiplen Myelom sind es maligne Plasmazellen.
Häufige Ursachen für Lymph-Krebs
Die genauen Ursachen für die Entartung von Zellen und die daraus resultierende Entstehung eines Lymphoms sind größtenteils unbekannt. Oft wird angenommen, dass zufällige Fehler bei der Zellteilung eine Rolle spielen, ähnlich wie bei anderen Krebsarten. In einigen Fällen können jedoch spezifische Ursachen für bestimmte Typen von Non-Hodgkin-Lymphomen festgestellt werden, die mit Infektionen in Verbindung stehen.
Verschiedene Viren und Bakterien können dabei eine Rolle spielen, wie beispielsweise das Epstein-Barr-Virus oder der Magenkeim Helicobacter pylori.
Typische Krebsrisikofaktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum spielen bei Lymphomen eine untergeordnete Rolle.
Symptome von Lymph-Krebs, die ernst genommen werden sollten
Symptome von Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen sind ähnlich und umfassen typischerweise vergrößerte Lymphknoten, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Bei Beteiligung des Knochenmarks können Mangelerscheinungen bei weißen und roten Blutkörperchen sowie Blutplättchen auftreten, was sich in Anämie, Infektanfälligkeit und Blutungsneigung äußert.
Beim Multiplen Myelom, das von Plasmazellen im Knochenmark ausgeht, können Knochendefekte auftreten, die zu Schmerzen und Brüchen führen können. Auch Nierenprobleme und Knochenschmerzen ohne vorheriges Trauma sind wichtige Symptome, die schnell abgeklärt werden sollten.
Diagnose von Lymph-Krebs
Die Diagnose von Hodgkin- oder Non-Hodgkin-Lymphom erfolgt durch die histologische Untersuchung einer Gewebeprobe, meist eines Lymphknotens. Diese Untersuchung gibt Aufschluss über die Art des Lymphoms.
Um ein Multiples Myelom zu diagnostizieren, wird eine Probe des Knochenmarks entnommen und untersucht. Zusätzlich werden Blut- und Urinproben analysiert, um das Vorhandensein von Paraproteinen und Leichtketten zu prüfen. Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie werden eingesetzt, um Osteolysen zu identifizieren.
Prognose und Behandlung von Lymph-Krebs
Die Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms hängt davon ab, ob es sich um eine indolente oder aggressive Form handelt.
Indolente Non-Hodgkin-Lymphome entwickeln sich langsam und können in frühen Stadien oft durch Bestrahlung behandelt werden. In fortgeschrittenen Stadien sind sie meist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Die Behandlung umfasst neue Medikamente in Kombination mit Chemotherapie, einschließlich Antikörpern und immunmodulatorischen Substanzen.
Hoch maligne Non-Hodgkin-Lymphome reagieren gut auf Chemotherapie, da die Krebszellen aktiv sind und sich teilen. Fortgeschrittene Erkrankungen können ähnliche Behandlungen wie indolente Lymphome erfordern, einschließlich Stammzelltransplantation und möglicherweise CAR-T-Zell-Therapie.
Das Hodgkin-Lymphom hat sehr gute Heilungschancen. Die Kombination von Chemo- und Strahlentherapie bietet eine positive Prognose, ergänzt durch neue Therapieoptionen wie Antikörper-Therapien.
Das Multiple Myelom ist derzeit nicht heilbar. Die übliche Therapie umfasst eine Kombination verschiedener wirksamer Medikamente, darunter Chemotherapie, immunmodulatorische Substanzen, Proteasomeninhibitoren und Antikörper. Bei geeigneten Patienten kann eine Hochdosischemotherapie und Stammzelltransplantation in Frage kommen.
Neue Therapieansätze bei bestimmten Lymphomen
Professor Witzens-Harig hebt hervor, dass die fortschrittlichste Behandlungsmethode derzeit die CAR-T-Zell-Therapie ist. Diese Methode nutzt genetisch veränderte T-Lymphozyten des Patienten, die in der Lage sind, die Tumorzellen gezielt zu zerstören. Diese Therapie hat sich als sehr wirksam erwiesen und kann bei Patienten, bei denen andere Behandlungen erfolglos waren, zu einer dauerhaften Krankheitsfreiheit führen.
Wichtig: Symptome ernst nehmen und handeln
Es ist wichtig, Symptome wie anhaltend geschwollene Lymphknoten, Nachtschweiß, Fieber oder unerklärlichen Gewichtsverlust ernst zu nehmen und einen Spezialisten, vorzugsweise einen Hämatoonkologen, aufzusuchen. Aggressive Non-Hodgkin-Lymphome und das Multiple Myelom erfordern eine sofortige Behandlung, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.
Dieser Artikel wurde zuerst von unseren Kollegen bei focus.de veröffentlicht.
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