An diesem Wochenende wird die Uhrzeit in der Nacht von Samstag auf Sonntag um eine Stunde zurückgestellt. Ein wenig bekannter Fakt ist, dass Computer, Mobiltelefone und andere elektronische Geräte sich auf eine öffentlich zugängliche Zeitzonen-Datenbank verlassen.
In Deutschland wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf die Winterzeit umgestellt. In vielen Haushalten ist es jedoch nicht mehr nötig, manuell die Uhren umzustellen, da elektronische Geräte dies automatisch tun. So werden Mobiltelefone, Laptops und Fernsehgeräte ohne menschliches Zutun um eine Stunde zurückgestellt.
Aber wie funktioniert das? Das Herzstück dieses Vorgangs ist die sogenannte Time Zone Database (Zeitzonendatenbank, tz database), die von der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) verwaltet wird. Diese Organisation ist eine der ältesten Internet-Institutionen und eine Abteilung der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), die auch für Domain-Namen und Nummersysteme wie IP-Adressen zuständig ist.
Viele Betriebssysteme und Geräte wie Android, iOS, macOS, Linux sowie Router, Fernseher und Spielkonsolen nutzen diese öffentlich zugängliche Datenbank. Microsoft unterhält für Windows-Geräte zwar eine eigene Zeitzonendatenbank, orientiert sich jedoch ebenfalls an der IANA-Datenbank.
Freiwillige pflegen Datenbank
Die automatische Anpassung der Uhrzeit ist das Ergebnis der sorgfältigen Arbeit einer Gruppe von Freiwilligen, die im Rahmen eines von der IANA betriebenen Forums Zeitzonen koordinieren und die tz-Datenbank pflegen. Die Koordinatoren sind derzeit Paul Eggert und Tim Parenti. Der Referenzcode ist kryptografisch signiert.
Die Datenbank stellt eine maschinenlesbare Beschreibung der Zeitzonen bereit, einschließlich aller Zeitumstellungen, die durch einen umfangreichen Satz mathematischer Regeln und Formeln definiert sind. Viele internetverbundene Geräte rufen hier die korrekte Zeit für ihren Standort ab und stellen sich automatisch richtig ein.
Auf diese Weise kann für jeden Ort auf der Erde die korrekte Zeit vorhergesagt werden, einschließlich der Berücksichtigung von Schaltsekunden, um Unregelmäßigkeiten in der Erdrotation auszugleichen. Im Gegensatz zur Microsoft-Lösung erfüllt die Datenbank auch eine historische Funktion, indem sie alle Änderungen einschließlich Zeitanpassungen seit 1970 speichert.
Die Expertengruppe überwacht fortlaufend Berichte über Änderungen der Zeitzonen und pflegt diese in die Datenbank ein. Dabei wird eine Mailingliste als Diskussionsforum verwendet. Nur Einträge, über die ein Konsens in der Community erreicht wird, werden in die Datenbank aufgenommen. Für Streitfälle gibt es ein eigenes Berufungsverfahren.
Fehler würde Chaos verursachen
Jedes nationale oder regionale Gebiet, das seit 1970 die gleiche Uhrzeit beibehält, wird in der Datenbank als eigenständige Zeitzone geführt. Die Benennung dieser Zonen ist Ihnen vielleicht schon bei der Einrichtung neuer Geräte begegnet und folgt dem Schema „Gebiet/Ort“, beispielsweise Europe/Berlin oder America/New_York.
Die Datenbank wird etwa 20 Mal pro Jahr aktualisiert. Der Zugriff ist über HTTP, FTP oder Rsync möglich. Fehler in der Datenbank könnten zu Chaos führen, weil sich alle Geräte in einer Zeitzone dann automatisch auf eine falsche Uhrzeit einstellen würden.
- Android: Automatische Zeitumstellung aktivieren
- Zeitumstellung unter Windows einschalten
- Automatische Zeitumstellung auf dem iPhone
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Leidenschaftlich für Fakten, durchforstet Anna Köhler die Nachrichten, um eine klare und präzise Analyse globaler Ereignisse zu liefern. Mit langjähriger Erfahrung im Journalismus macht sie die Nachrichten für alle zugänglich, ohne Kompromisse bei der Wahrheit einzugehen.





