Sigma greift mit seiner Kompaktkamera in Apple-Manier vieles nicht auf, während Zeiss neue manuelle Festbrennweiten präsentiert. Nikon erhält Videoupdates.
Der Begriff „iPhone-Moment“ wird oft verwendet, wenn eine Technologie plötzlich massentauglich und beliebt wird. Alles, was das iPhone zu seiner Einführung 2007 bot, gab es bereits in anderen Geräten, jedoch nicht in dieser Form oder mit dieser Benutzerfreundlichkeit. Diese Kombination sorgte für einen starken Begehrlichkeitsfaktor, der Apple bis heute prägt. Seitdem streben viele Unternehmen danach, ähnliche Momente zu schaffen, und Sigma scheint nun ebenfalls diesen Weg einzuschlagen.
Mehr Flexibilität als Smartphones, und dennoch elegant
Die neue Vollformat-Kompaktkamera Sigma BF wird oft mit einem Apple-Produkt verglichen, nicht nur wegen ihres Designs aus einem Aluminiumblock, bei Apple als „Unibody“ bekannt. Sigma hat ebenfalls die Kunst des Reduzierens für sich entdeckt: Anstatt vieler Knöpfe und Räder gibt es ein zentrales Bedienelement, das mit dem Daumen gesteuert wird. Ein Sucher fehlt, da die Generation der Smartphone-Nutzer eher Touchscreens bevorzugt. Um jedoch eine intuitive Bedienung zu gewährleisten, gibt es ein Zusatzdisplay für die Einstellungen.
Das Bedienkonzept mit simplen Menüs scheint auch nach ersten Tests mit Vorserienmodellen stimmig zu sein, über die Bildqualität kann noch kein abschließendes Urteil gefällt werden. Hier muss die Sigma BF besonders überzeugen: Um mehr Menschen von Smartphones zu Systemkameras zu bewegen, muss sie nicht nur Spaß machen, sondern auch bessere Bilder und mehr Flexibilität bieten. Letzteres scheint vielversprechend, da die Kamera den L-Mount verwendet, für den viele hochwertige Objektive verfügbar sind, auch von Sigma selbst. Ab April soll der Body für 2000 Euro erhältlich sein, weitere Details finden Sie in unserer ausführlichen Berichterstattung zur Sigma BF.
Neue Otus-Objektive nach 12 Jahren
Das Konzentrieren auf das Wesentliche beim Fotografieren ist ein Ansatz für Sigma, aber auch Zeiss verfolgt ihn mit zwei neuen Festbrennweiten aus der „Otus“-Serie. Dies liegt wahrscheinlich nicht nur an der Tradition der legendären Zeiss-Linsen, sondern auch daran, dass die Lizenzkosten für manuelle Objektive geringer sind als für Autofokus-Objektive. Die Zeiss-Linsen sind rein manuell fokussierbar. Das ML 1.4/50 ist für Sonys E-Mount und Leicas M-Mount verfügbar, das ML 85/1.4 für Canon RF, Nikon Z und Sony E.
Bei ihrer Einführung vor zwölf Jahren galten die ersten Otus-Objektive als Referenz für DSLRs. Ihre Fähigkeit, schöne Bokehs und nahezu perfekte Bildqualität zu liefern, auch bei offener Blende, war beeindruckend. Zeiss möchte sich jedoch nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen und denkt auch an Filmer, die ohnehin meist manuell fokussieren. Deshalb lässt sich der Blendenring für eine stufenlose Bedienung umschalten (De-Clicking), typische Rasten für eine Fernbedienung des Fokus fehlen jedoch. Bauweise und Gewicht entsprechen dem, was man von Zeiss-Festbrennweiten erwartet, ebenso die Preise: 2500 Euro für das 50-mm- und 2800 Euro für das 85-mm-Objektiv.
Panasonics neues Spitzenmodell
Videoproduzenten schätzen auch die Lumix-Kameras von Panasonic, weshalb das Unternehmen nun mit einem sogenannten Hybrid-Modell nachlegt: Die S1RII soll mit 44,3 Megapixeln und 8K-Video, sowie interner ProRes-Aufnahme – dann allerdings nur mit 5,8K – für alle Eventualitäten gerüstet sein. Unsere Berichterstattung zur neuen Lumix diskutiert all dies bereits, daher sei hier nur der Preis erwähnt: Mit 3600 Euro möchte Panasonic offenbar in der Semi-Pro-Klasse von Canon, Sony und Nikon kräftig mitmischen. Mitte März wird sich zeigen, ob das gelingt.
Nikon-Update für Powerzoom und weitere Videofunktionen
Der Grund für die vielen Neuvorstellungen in dieser Woche ist natürlich die einzige große verbliebene Fotomesse CP+ in Yokohama, Japan. Dort hat Nikon, das im letzten Jahr eine Kamera nach der anderen herausbrachte, zwar keine neuen Modelle angekündigt, aber zwei wichtige Firmware-Updates. Für die Z6 III und die Z8 – die Links führen zu den Downloadseiten – gibt es neue Software, die vor allem Verbesserungen beim Filmen mit sich bringt. Das war zu erwarten, damit diese Kameras mit dem Motorzoom Nikkor Z 28-135mm f/4 PZ gut funktionieren.
Unter anderem können nun Brennweiten gespeichert werden, auf die das Zoom per Knopfdruck fährt. Das ist besonders für Liveübertragungen wichtig, man denke an die Zooms von einem Moderator zu einem Gast in einer Talkshow. Auch die Bedienung des Objektivs über die Tasten der Kamera, bereits vor zwei Wochen hier beschrieben, ermöglicht die neue Firmware. In der Tradition seiner kontinuierlichen Produktpflege wird Nikon den Kameras auch den „Hires-Zoom“ beibringen, bei dem die Sensoren beim Filmen pixelgenau beim Zoomen helfen, nicht zu verwechseln mit dem Digitalzoom einfacherer Lösungen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die Z9 ein Update für das Powerzoom erhält.
Kunst aus dem KI-Video-Generator
Wie erwartet macht OpenAI seinen KI-gestützten Video-Generator „Sora“ nun öffentlich zugänglich. Auch dazu gibt es bereits eine umfassende Meldung, einschließlich der Kosten. Daher soll hier eine weniger berichtete Besonderheit erwähnt werden, wie OpenAI Sora aktuell bewirbt. Im Vorfeld der allgemeinen Verfügbarkeit wurde das Tool einigen Content-Creators und Künstlern bereitgestellt. Aus Deutschland war das Boris Eldagsen. Dieser hatte bei Sonys World Photo Award absichtlich einen Eklat durch ein KI-Bild erzeugt und später heise online erklärt, was er damit bezweckte.
Eldagsen zeigt nun in seinem Video „Measurement is King!“, wie sich eine Video-KI kreativ nutzen lässt. Die Schwächen des Systems macht er zu einer Stärke, etwa, wenn das im Clip zentral dargestellte Maßband nicht immer realistisch dargestellt wird, sondern eher wie ein dünnes Papierband, das im Wind flattert. Vielleicht ist das einer der besten Wege, KI auch für Kunst einzusetzen: Nicht der Realität nachjagen, an der die Generatoren (noch) oft scheitern.
Ikonische Fotos und ihre Entstehung
Unsere Empfehlung für einen ausgiebigen Filmabend am Wochenende dreht sich um echte Fotos, die mittels Licht auf Zelluloid oder Silizium eingefangen wurden. Die BBC-Serie „Ein Leben in zehn Fotos“ wird derzeit gelegentlich auf Phoenix ausgestrahlt, nur eine Folge ist in der Mediathek verfügbar, nämlich die über den Boxer Muhammad Ali. Die gesamte Serie kann bei Amazon Prime erworben werden.
Es handelt sich um recht typische Biografien, dennoch stehen ikonische Fotos, von denen es gerade bei Ali viele gibt, im Zentrum. Auch wie diese Fotos heute auf Zeitzeugen und Angehörige wirken und in welchen Situationen sie aufgenommen wurden, zeigt sich in der gesamten Reihe sehr eindrucksvoll.
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Experte für Popkultur und Filmfan, erkundet Max Jäger die Welt der Unterhaltung mit neugierigem und lockerem Blick. Er teilt gerne die Geschichten hinter den Stars und entschlüsselt die Trends, die die Medienlandschaft prägen.





