In Deutschland ist es zwar selten, aber auch hier können Lebensmittel durch Parasiten kontaminiert sein. Experten warnen jedoch vor einer noch größeren Gesundheitsgefahr, die oft übersehen wird.
Kürzlich wurde aus den USA berichtet, dass Personen nach dem Essen von Wildfleisch ernsthaft an Parasiten erkrankten.
Eine Familie in South Dakota erkrankte schwer an Trichinellose, nachdem sie Bärenfleisch gegrillt hatte. Diese Krankheit kann den ganzen Körper befallen.
Die US-Gesundheitsbehörde berichtete, dass selbst Familienmitglieder, die das Fleisch nicht verzehrt hatten, erkrankten, da andere Lebensmittel während der Zubereitung kontaminiert wurden. Daher wird empfohlen, Wildfleisch mindestens auf 74 Grad Celsius zu erhitzen und rohes Fleisch immer getrennt von anderen Lebensmitteln zu verarbeiten.
Auch in Deutschland besteht die Möglichkeit, dass bestimmte Lebensmittel von Parasiten befallen sind, was es wichtig macht, informiert zu sein.
Problematik von Parasiten in Fleisch auch in Deutschland?
Obwohl Bärenfleisch in Deutschland nicht konsumiert wird, können sich auch hier Trichinellen in Wildfleisch befinden. Daniela Krehl von der Bayerischen Verbraucherzentrale erklärt jedoch, dass Infektionen selten sind.
Das Robert-Koch-Institut berichtet, dass Trichinellose zwar weltweit vorkommt, in Deutschland jedoch sehr selten ist. Zwischen 2001 und 2011 wurden lediglich 63 Fälle gemeldet. Im Jahr 2006 erkrankten 16 Personen nach dem Verzehr von Fleisch eines privat gehaltenen Hausschweins. Handelsübliches Schweinefleisch ist laut RKI nicht betroffen.
Schutzmaßnahmen: Es ist entscheidend, Wildfleisch durchzubraten, um Infektionen zu vermeiden.
Parasiten in Nahrungsmitteln
Neben den erwähnten Bakterien gibt es laut RKI auch andere Krankheiten, die durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln übertragen werden können. Ein Beispiel hierfür ist die Toxoplasmose, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Diese kann durch den Verzehr von rohem Fleisch und Fleischprodukten übertragen werden. Meist verläuft eine Infektion symptomlos oder ähnelt einer Grippe, kann jedoch bei Menschen mit schwachem Immunsystem lebensbedrohlich sein. Insbesondere Schwangere sollten vorsichtig sein, da eine Erstinfektion schwere Schäden beim Ungeborenen verursachen kann.
Eine weitere Krankheit ist die Echinokokkose, die durch den Fuchsbandwurm ausgelöst wird. Sie kann tumorähnliche Veränderungen in Leber, Lunge und Gehirn hervorrufen. Symptome treten oft erst Monate oder Jahre später auf und umfassen Bauchschmerzen, Müdigkeit und Gelbsucht. Der Fuchsbandwurm wird über den Kot des Tieres ausgeschieden und kann über Beeren, Kräuter, Pilze, Gemüse und Fallobst übertragen werden. Es wird empfohlen, diese Lebensmittel gründlich zu reinigen und zu erhitzen, um die Bandwurmeier abzutöten.
Die Kryptosporidiose ist eine Durchfallerkrankung, die durch den Parasiten Kryptosporidium verursacht wird. Die Übertragung erfolgt über verunreinigtes Wasser, mit solchem gewaschenes Essen oder durch fäkal-orale Übertragung. Säuglinge und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders gefährdet. Da die Parasiten gegen viele Desinfektionsmittel resistent sind, ist das Abkochen von Wasser die sicherste Methode, sie abzutöten.
Auch Fadenwürmer (Nematoden) können durch den Verzehr von Fisch übertragen werden und Magen-Darm-Probleme verursachen. Daher werden Fische im Handel auf einen Befall untersucht, um den Verkauf von infizierten Tieren auszuschließen. Beim Angeln sollte Vorsicht geboten sein. Fadenwürmer können durch Erhitzen auf mindestens 70 Grad oder durch Einfrieren bei minus 20 Grad für mindestens drei Tage abgetötet werden.
Statt Parasiten: Der Haupterreger von Krankheiten in der Küche
Laut Krehl ist das Risiko, sich in Deutschland über Lebensmittel mit Parasiten zu infizieren, relativ gering. Sie warnt jedoch, dass das Risiko, sich durch mangelnde Küchenhygiene hauptsächlich Bakterien einzufangen, viel höher sei. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) werden in Deutschland jährlich über 100.000 Krankheitsfälle durch das Vorhandensein von Mikroorganismen in Lebensmitteln verursacht.
Bakterien sind neben Parasiten und Viren besonders dafür verantwortlich. „Wenn Verbraucher die Regeln der Küchenhygiene befolgen, können sie sich selbst und andere vor lebensmittelbedingten Krankheiten durch Mikroorganismen in Lebensmitteln schützen“, heißt es auf den Seiten des BfR. Dies gilt auch für Lebensmittel, die mit antibiotikaresistenten Bakterien belastet sind.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Tipps zur Küchenhygiene
1. Auswahl der Lebensmittel
Bei der Auswahl von Lebensmitteln ist es wichtig zu beachten, dass vor allem rohe, tierische Lebensmittel oft mit Krankheitserregern belastet sind. Für Personen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere und Kleinkinder können diese eine Gefahr darstellen. Deshalb sollte man Lebensmittel wie rohes Hackfleisch, Rohwurst, Speisen mit rohem Ei, Rohmilch, Rohmilchkäse, rohen Fisch und Meerestiere wie Austern, Sushi und Räucherlachs meiden oder nur gut durchgegart verzehren.
2. Kühlkette einhalten
Bei der Einhaltung der Kühlkette ist es wichtig, kühlbedürftige und gefrorene Lebensmittel schnellstmöglich nach dem Einkauf nach Hause zu bringen und im Kühlschrank oder in der Tiefkühltruhe zu lagern. Dabei sollte auch das Verfallsdatum beachtet werden.
3. Richtige Lagerung
Eine angemessene Lagerung von Lebensmitteln ist ebenso wichtig. Es wird empfohlen, Lebensmittel in geschlossenen Behältern zu lagern, um eine Kontamination durch Haustiere oder Insekten zu vermeiden. Geschnittenes Obst und Gemüse sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Fleisch, Geflügel und Fisch sollten separat in geschlossenen Behältern im dafür vorgesehenen Fach (0-Grad-Fach) gelagert werden.
4. Richtige Reihenfolge beim Zubereiten
Bei der Zubereitung von Lebensmitteln sollte auf die richtige Reihenfolge geachtet werden. Zuerst sollten Gerichte, die nicht erhitzt werden, wie Salate und Rohkost, zubereitet werden. Anschließend sollten rohe, tierische Lebensmittel verarbeitet werden.
5. Kreuzkontamination vermeiden
Um eine Kreuzkontamination zu vermeiden, sollten rohe Lebensmittel wie Fleisch nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommen. Es ist wichtig, beim Umgang mit rohen und gegarten Lebensmitteln unterschiedliche Küchenutensilien wie Messer und Schneidebretter zu verwenden. Nach dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln sollten Hände und Utensilien gründlich gewaschen werden.
6. Hygiene einhalten
Hygiene spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Haustiere sollten von Lebensmitteln ferngehalten werden und während der Speisezubereitung nicht gestreichelt werden. Vor der Zubereitung von Speisen sollten die Hände gründlich gewaschen werden und das Berühren von Mund, Nase und Haaren vermieden werden. Wenn möglich, sollten Lebensmittel nicht mit der Hand, sondern mit Besteck angefasst werden.
7. Bakterien abtöten
Es ist wichtig, Speisen bei der Zubereitung und beim Aufwärmen ausreichend zu erhitzen, mindestens auf 70 Grad an allen Stellen. Reste gegarter Speisen sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei unseren Kollegen von focus.de
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