Eine sorgfältig gewählte Schaltung verbessert das Radfahrerlebnis erheblich. Ein Experte erklärt, auf welche Details Sie achten sollten und welche Schaltungstypen für unterschiedliche Radfahrer am besten geeignet sind.
Kettenschaltung versus Nabenschaltung: Kennen Sie den Unterschied? Welcher Schaltungstyp ist für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet?
In einem Video der YouTube-Reihe „E-Bike für Anfänger“ des Fahrradgeschäfts vit:bikes werden die Unterschiede zwischen Kettenschaltung und Nabenschaltung dargelegt. Da diese beiden die verbreitetsten Schaltungssysteme sind, werden sie in diesem Video behandelt.
Hier eine Zusammenfassung der Expertenantworten.
Kettenschaltung
Die Kettenschaltung setzt sich aus einer Kette und einer Kassette zusammen, die aus mehreren Zahnkränzen besteht und so verschiedene Gänge ermöglicht. Bei E-Bikes mit Mittelmotor findet der Schaltvorgang üblicherweise am Hinterrad statt. Im Tretlager befindet sich ein festes Zahnrad, während das Schaltwerk am Hinterrad den Wechsel der Gänge reguliert. Ein Vorteil der Kettenschaltung ist die feine Abstufung der Gänge, die eine komfortable Trittfrequenz und effiziente Kraftübertragung ermöglicht. Zudem lässt sich die Kassette bei Bedarf austauschen, um die Gangabstufung individuell anzupassen. Allerdings benötigt die Kettenschaltung regelmäßige Wartung und Reinigung, um funktional zu bleiben. Es ist besonders wichtig, Kette und Zahnkränze sauber zu halten. Ein Nachteil könnte sein, dass die Hosenbeine während der Fahrt schmutzig werden könnten.
Für wen ist die Kettenschaltung geeignet?
Radfahrer, die in hügeligen Gebieten unterwegs sind oder lange Touren machen, profitieren von einer Kettenschaltung. Diese ermöglicht auch unter Last einen reibungslosen Schaltvorgang, vorausgesetzt, die Belastung ist nicht zu hoch. Verschleißteile können bei Bedarf einzeln ausgetauscht werden, was Kosten spart und von erfahrenen Radfahrern selbst durchgeführt werden kann. Um den erhöhten Anforderungen von E-Bikes gerecht zu werden, haben Hersteller spezielle Systeme wie beispielsweise Shimano Linkglide entwickelt. Diese Systeme sind zwar meist etwas schwerer, bieten jedoch eine längere Haltbarkeit.
Nabenschaltung
Die Nabenschaltung nutzt ebenfalls eine Kette zur Kraftübertragung, jedoch ohne Kassette. Stattdessen befindet sich in der dickeren Hinterradnabe ein geschlossenes Schaltelement. Ein großer Vorteil ist der Schutz vor Verschmutzung, da die Bauteile in einem geschlossenen Öl- oder Fettbad laufen und somit optimal geschmiert sind, was den Wartungsaufwand erheblich reduziert. Der Experte erklärt, dass es ausreicht, die Nabe einmal jährlich zu öffnen und das Fett oder Öl zu wechseln. Viele glauben fälschlicherweise, dass Nabenschaltungen wartungsfrei sind, doch sie sind lediglich weniger anfällig für Störungen als Kettenschaltungen. Die meisten Nabenschaltungen haben feste Gänge, es gibt jedoch auch Modelle mit stufenloser Schaltung, ähnlich einer Automatikschaltung im Auto. Generell besteht eine Nabenschaltung aus weniger Komponenten als eine Kettenschaltung. Je nach Modell ist ein Kettenspanner notwendig, bei manchen Ausfallenden jedoch nicht. Einzig bei der Kettenschaltung gibt es eine Ketteabdeckung, die die Hosenbeine vor Verschmutzung schützt. Der Experte beschreibt die Kombination einer Nabenschaltung mit einem Karbonriemen als „ideale Lösung“, da sie wartungsarm sowie leise und sauber im Betrieb ist.
Für wen ist die Nabenschaltung geeignet?
Die Nabenschaltung bietet eine langsamere und schwerfälligere Schaltweise im Vergleich zur Kettenschaltung. Beim Schalten müssen Sie kurz das Treten unterbrechen, da Schaltvorgänge unter Last nicht möglich sind. Daher eignet sich die Nabenschaltung eher für Fahrten in flachem Gelände und für Radfahrer, die einen geringen Wartungsaufwand bevorzugen.
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