Das Projekt der elektronischen Patientenakte gilt als das umfangreichste App-Vorhaben in Deutschland dieses Jahres. Es wird erwartet, dass etwa 70 Millionen Bürger die Apps der Krankenkassen verwenden werden. Allerdings hat der seit Jahresbeginn laufende Testbetrieb verschiedene Herausforderungen aufgezeigt.
Warum führt man einen Pilotbetrieb durch? Ziel ist es, vor dem regulären Start mögliche praktische Probleme und Fehler zu identifizieren. Dies geschieht derzeit mit der elektronischen Patientenakte (ePA).
Seit dem 15. Januar wird die ePA in drei Regionen mit etwa 300 Praxen und Apotheken getestet. Berichte des BR zufolge gab es jedoch Schwierigkeiten beim Zugriff auf die Akten. In einigen Praxen war drei Wochen lang kein Zugriff möglich, und aus anderen Regionen wurden noch längere Verzögerungen gemeldet. Folgende Kritikpunkte wurden von den Testern geäußert:
- Hoher technischer und logistischer Aufwand
- Technische Unzuverlässigkeit; Zugriffe funktionieren zu 10 Prozent nicht
- Verschiedene kostenpflichtige Hotlines für den Support
- Verminderte Funktionalität, z.B. keine ePA für Notfallbehandlungen
Wichtige Informationen zur elektronischen Patientenakte
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Ab 2025 für jeden verfügbar
Verschiebung des bundesweiten Starts gefordert
Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) der Testregionen eine Verschiebung des bundesweiten Starts der ePA fordern und sich mehr Zeit für umfassende Tests wünschen. Zudem wird Zeit benötigt, um die identifizierten Probleme zu beheben. Einige Stimmen schlagen vor, den Testbetrieb bis Ende 2025 fortzuführen.
Die für die ePA zuständige Gematik sieht das anders. Trotz vereinzelter Probleme seien die Rückmeldungen aus den Tests überwiegend positiv. Die grundlegenden Funktionen, die zum Start verfügbar sein sollen, würden funktionieren. Derzeit werden die Testergebnisse ausgewertet, und bei positiven Rückmeldungen aus den Modellregionen könnte eine bundesweite Einführung der ePA bereits ab April 2025 erfolgen.
Die KV warnt: „Eine zu frühe verpflichtende bundesweite Nutzung könnte die Qualität der Software, die Sicherheit der Daten und die Akzeptanz der Bevölkerung für die ePA ernsthaft gefährden.“
Anfang des Jahres warnte der Chaos Computer Club: „Die ePA in ihrem aktuellen Zustand auszurollen, ist angesichts ihrer besorgniserregenden Sicherheitsprobleme eine falsche Entscheidung.“
Das Bundesgesundheitsministerium will bald den abschließenden Plan für den Rollout der Patientenakte vorlegen. Aktuell scheint es, als würde das Ministerium darauf bestehen, den Starttermin im April einzuhalten.
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