In „South of Midnight“ von Compulsion stellen sich die Spieler im amerikanischen Süden schaurigen Kreaturen, untermalt von einer beeindruckenden musikalischen Atmosphäre.
Zwischen dem Rascheln der Äste und dem Flüstern der Geister ertönt der melancholische Gesang einer Blues-Band. Das Spiel „South of Midnight“ von Compulsion entführt in die geheimnisvolle Atmosphäre des Southern Gothic und thematisiert Trauer, Verlust und Einsamkeit. Leider steht das eigentliche Gameplay im Kontrast zur fesselnden Stimmung.
Ein aufziehendes Unwetter
Die Protagonistin Hazel sieht ihre Welt zusammenbrechen, als ein Sturm ihre Mutter und ihr Zuhause hinwegfegt. Inmitten dieser Verwüstung entdeckt sie ihre magischen Kräfte als „Weberin“, die in ihrer Familie tief verwurzelt sind. Auf der Suche nach ihrer Mutter begegnet sie einer Welt voller ungewöhnlicher Geister und Monster, die erst beim näheren Hinsehen ihren Schrecken verlieren.
Würde man Spiele allein nach ihrer Atmosphäre und ihrem Stil bewerten, könnte „South of Midnight“ als Spiel des Jahres durchgehen. Compulsion versenkt den Spieler tief in die Cajun-Mythologie. Hazel trifft auf legendäre Wesen wie den Gestaltwandler Rougarou oder den nächtlichen Dämon Kooshma in einer Welt voller Mysterien. Ihre Reise führt sie durch die Sümpfe des Südens und bizarre Traumwelten, sie kämpft gegen menschliche Spinnen und tanzt in einem Nachtclub, alles begleitet von einem packenden Blues- und Folk-Soundtrack.
Einzigartiges Southern Gothic-Setting
Das Spiel thematisiert tiefgehende Aspekte wie Verlust und Trauer. Hazel, geplagt von Selbstzweifeln ähnlich ihrer nordischen Leidensgefährtin Senua aus „Hellblade“, erlebt das Schicksal Ausgestoßener und Verfluchter, die sich in der grotesken Welt des Southern Gothic verirren. Dies wird alles eindrucksvoll vertont, obwohl es nur eine englische Sprachausgabe gibt.
Warum so viel über die Atmosphäre und kaum etwas über das Gameplay? Weil das Spielprinzip nicht mit der audiovisuellen Umsetzung mithalten kann. „South of Midnight“ bietet klassische Hack-&-Slay-Action aus der Third-Person-Perspektive, deren Abläufe sich ständig wiederholen. Hazel findet sich in einer Arena wieder, bekämpft die schaurigen, doch monotonen Monster und reinigt Gebiete von sogenannten „Flecken“. Einige Bosskämpfe bieten etwas Abwechslung.
Monotones Spielkonzept
Während ein Kratos aus „God of War“ seine Chaosklingen schwingt und ein Dante aus „Devil May Cry“ mit Pistolen und Schwertern kämpft, verwendet Hazel als Weberin magische Nadeln. Sie stößt Fäden ab, zieht Gegner heran und verknüpft einfache Schlagkombinationen. Überall in der Spielwelt findet sie magischen „Flausch“, mit dem sie ihre Fähigkeiten verbessern kann.
Hazels magische Kräfte sind auch außerhalb der Kämpfe von Nutzen. Sie verwandelt geisterhafte Objekte in solide Strukturen, klettert darüber oder schwingt sich zu entlegenen Orten. Später beschwört sie das kleine Stofftier Crouton, das durch Tunnel läuft, um Schalter zu betätigen. Zwischendurch erklimmt Hazel Wände oder gleitet über Abgründe.
Im Verlauf der etwa 12 Spielstunden wird der Mix zunehmend eintönig. Immer dieselben Monster in derselben Arena zu bekämpfen? Kletterpassagen, die mehr Beschäftigungstherapie als sinnvolles Gameplay bieten? „South of Midnight“ benötigt all dies nicht wirklich. Art-Design und Soundkulisse allein sorgen für eines der beeindruckendsten Spielerlebnisse des Jahres.
Schlussfolgerung
„South of Midnight“ von Compulsion Games ist ein Spiel mit zwei Gesichtern: einerseits die eintönigen und einfallslosen Monsterkämpfe, andererseits eine beeindruckend stimmungsvolle Spielwelt. Der wahre Reiz des Spiels entfaltet sich erst durch das originelle Southern-Gothic-Szenario und die zugleich makabre wie melancholische Story. Um „South of Midnight“ wirklich zu genießen, sollte man den Schwierigkeitsgrad herunterschrauben, auf Upgrades verzichten und sich auf die Geschichte konzentrieren. Ein Spiel für Entdecker, weniger für Actionfans.
„South of Midnight“ erscheint am 8. April für Windows und Xbox Series, freigegeben ab 16 Jahren und kostet etwa 40 €. Für diesen Test wurde das Spiel auf der Windows-Version gespielt.
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Experte für Popkultur und Filmfan, erkundet Max Jäger die Welt der Unterhaltung mit neugierigem und lockerem Blick. Er teilt gerne die Geschichten hinter den Stars und entschlüsselt die Trends, die die Medienlandschaft prägen.





