Zweifellos ist Ihnen diese unscheinbare weiße Tafel bereits mehrfach begegnet, doch die darauf abgebildeten Buchstaben bleiben für viele ein Rätsel.
In der Fahrschule werden zahlreiche Verkehrszeichen und ihre Bedeutungen gelehrt. In Deutschland muss man sich im Dickicht der Verkehrsregeln zurechtfinden.
Einige dieser Schilder sind jedoch weniger bekannt, und ihre Bedeutung ist nicht unmittelbar klar. Das OD-Schild ist ein solches Beispiel, das man oft auch als großen Stein am Straßenrand sieht.
Die Bedeutung und der Hintergrund des OD-Schildes
Das Kürzel „OD“ auf dem Schild bedeutet schlichtweg Ortsdurchfahrt. Diese Schilder existieren in unterschiedlichen Ausführungen, wie weiß oder gelb, oder sogar als steinerne Blöcke am Straßenrand. Diese Steine sind etwa einen halben Meter hoch, manchmal aber auch eher klein und unscheinbar.
Nach der offiziellen Definition des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) bezeichnet eine Ortsdurchfahrt „den Teil einer Bundesstraße, der innerhalb einer geschlossenen Ortschaft liegt und der Verknüpfung des Straßennetzes oder der Erschließung angrenzender Grundstücke dient.“
Autobahnen und Kraftfahrstraßen, die durch städtische Gebiete führen, zählen nicht dazu. Die Schilder und Steine mit der OD-Markierung findet man meist in der Nähe von Ortschaftsschildern.
In einigen Bundesländern findet man die Zusätze V und E auf den Schildern, die für Verknüpfungs- bzw. Erschließungsbereiche stehen. Erstere befinden sich meist außerhalb von Ortschaften, an großen Kreuzungen, während Letztere innerhalb der Ortschaften liegen.
Die Schilder zur Ortsdurchfahrt gehören zur Kategorie der Stationszeichen und haben hauptsächlich eine straßenrechtliche Bedeutung – für Autofahrer sind sie deshalb von geringer Relevanz.
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Diese Tafeln sind vielen bekannt, doch nur wenige wissen, was sie bedeuten
Zweck der Ortsdurchfahrt-Schilder
Wenn eine Straße als Ortsdurchfahrt gekennzeichnet ist, dann übernimmt der Bund die Verantwortung für den Straßenbau und die damit verbundenen Kosten für Instandhaltung oder Sanierung. Doch es gibt Ausnahmen:
- Gehwege und Parkplätze entlang einer Ortsdurchfahrt fallen weiterhin in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde – der Bund ist also nur für die Fahrbahn zuständig
- Bei Gemeinden mit mehr als 80.000 Einwohnern liegt die Straßenbaulast bei der jeweiligen Gemeinde, nicht beim Bund
- Wenn eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 50.000 und 80.000 selbst die Trägerschaft für die Straßenbaulast übernehmen möchte
Die Kosten für die Kennzeichnung durch OD-Schilder oder -Steine trägt ebenfalls der Bund. Doch die Regeln zur Kostenermittlung bei Sonderfällen sind in Deutschland, wie üblich, sehr kompliziert und bürokratisch.
Auch verschieben sich die Grenzen der Ortsdurchfahrten gelegentlich, beispielsweise durch die Entwicklung neuer Wohngebiete.

Leidenschaftlich für Fakten, durchforstet Anna Köhler die Nachrichten, um eine klare und präzise Analyse globaler Ereignisse zu liefern. Mit langjähriger Erfahrung im Journalismus macht sie die Nachrichten für alle zugänglich, ohne Kompromisse bei der Wahrheit einzugehen.





