Von : Max Jäger

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Erlebe Geschmack in virtuellen Welten: e-Taste revolutioniert Erlebnisse!

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Wie erlebt man den Geschmack von Kuchen oder Fischsuppe in einem Videospiel? Das e-Taste System simuliert Geschmackserlebnisse künstlich.

VR-Brillen ermöglichen es uns, in computergenerierte Welten einzutauchen und uns darin zu bewegen. Doch auf der sensorischen Ebene fehlt oft noch die Geschmackskomponente. Ein in den USA entwickeltes System namens e-Taste soll nun auch das virtuelle Schmecken ermöglichen.

Entwickelt an der Ohio State University, nutzt das e-Taste System eine elektromagnetische Pumpe, die eine Flüssigkeit mit verschiedenen Substanzen in den Mund des Nutzers leitet, um Geschmackseindrücke zu simulieren.

Die verwendeten Substanzen sind Glukose, Zitronensäure, Natriumchlorid, Magnesiumchlorid und Glutamat, die jeweils die Grundgeschmäcker süß, sauer, salzig, bitter und Umami repräsentieren.

Die Intensität des Geschmacks wird durch die Verweildauer der Flüssigkeit in einer Gelschicht justiert, bevor sie den Mund erreicht. „Durch digitale Anweisungen können verschieden intensive Geschmäcker oder eine Kombination davon ausgelöst werden, um vielfältige sensorische Erfahrungen zu ermöglichen“, erklärte Projektleiterin Jinghua Li.

Die Reproduktion von Geschmackseindrücken ist komplex, wie das Team um Li feststellte. Trotzdem gelang es dem e-Taste-System, geschmackliche Eindrücke relativ präzise zu erzeugen. In Tests konnten Testpersonen mit einer Genauigkeit von etwa 70 Prozent verschiedene Intensitäten eines sauren Geschmacks erkennen. In weiteren Versuchen mussten sie bei fünf simulierten Geschmäckern feststellen, ob es sich um Limonade, Kuchen, Spiegelei, Fischsuppe oder Kaffee handelte.

Das Ziel von e-Taste ist es, das Spielerlebnis in Videospielen zu verbessern. Darüber hinaus könnte das System auch Menschen mit Beeinträchtigungen des Geschmackssinns, beispielsweise nach einer Verletzung oder durch Long Covid, unterstützen. Die Forscher erhoffen sich zudem Einblicke in die Verarbeitungsprozesse des Gehirns bezüglich sensorischer Signale aus dem Mundraum.

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„Im Bereich der virtuellen und erweiterten Realität wird die chemische Dimension, insbesondere was Geruch und Geschmack betrifft, bisher kaum berücksichtigt“, sagte Li. Diese Lücke soll durch das e-Taste-System geschlossen werden. Die Ergebnisse des Teams wurden in der wissenschaftlichen Zeitschrift Science Advances veröffentlicht.

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