Ein zu Hause durchgeführtes Zwölfwöchiges Trainingsprogramm, das sowohl körperliche Übungen als auch Gedächtnistrainings umfasst, kann die kognitive Leistung bei älteren Erwachsenen signifikant verbessern.
Wenn ältere Menschen beginnen, Namen zu vergessen oder Termine zu übersehen, stellt sich oft die Frage: Ist das noch normal oder ein Frühzeichen für Demenz? Viele Familien leben in der Angst vor dieser Diagnose, und wirksame Behandlungsmöglichkeiten sind dünn gesät. Eine aktuelle Studie der ETH Zürich hat nun gezeigt, dass sogar bei leichter kognitiver Beeinträchtigung eine Steigerung der geistigen Fähigkeiten durch ein einfaches Heimtraining möglich ist. Dieses kombiniert körperliche Aktivitäten, Gedächtnistraining und Atemübungen und zeigt deutlich positive Auswirkungen auf das Gedächtnis und die Aufmerksamkeitsspanne.
Teilnehmer im Frühstadium der Demenz
Die Untersuchung fand zwischen Mai 2022 und Februar 2024 in Zürich und St. Gallen statt. Insgesamt 41 Personen begannen das Programm, von denen 37 es abschlossen. Das Durchschnittsalter lag bei 73 Jahren, und rund ein Drittel der Teilnehmenden waren Frauen. Die meisten wiesen leichte neurokognitive Störungen auf, eine frühe Phase der Demenz.
Die Forscher teilten die Teilnehmenden in zwei Gruppen: Eine Gruppe durchlief das spezielle Trainingsprogramm, während die andere lediglich die übliche medizinische Versorgung erhielt.
Steigerung der Gehirnleistung einfach zu Hause
Das „Brain-IT“ Trainingsprogramm erstreckte sich über zwölf Wochen und wurde zu Hause durchgeführt. Die Teilnehmer sollten mindestens fünfmal pro Woche jeweils 24 Minuten trainieren. Am Ende des Programms hatten die Teilnehmenden im Durchschnitt 70 Einheiten absolviert, was ungefähr 1.700 Minuten Training entspricht.
Die Ergebnisse waren deutlich: Die Testergebnisse bezüglich Gedächtnis und Aufmerksamkeit verbesserten sich merklich in der Trainingsgruppe, während sie in der Kontrollgruppe abnahmen. „Wir konnten statistisch signifikante Verbesserungen mit großer Effektstärke in der Trainingsgruppe feststellen“, berichten die Forschenden.
Alltagsgeeignet, sicher und ohne Nebenwirkungen
Die Übungen bestanden aus spielerischen Bewegungen auf einer Bodenmatte vor einem Bildschirm, wobei Einkaufslisten gemerkt oder durch Schritte die richtige Antwort ausgewählt werden musste. Ergänzend gab es Atemübungen, welche Herzschlag und Nervensystem stabilisieren sollten. Nebenwirkungen wurden keine berichtet, und Probleme traten meist nur aufgrund von technischen Schwierigkeiten oder Zeitmangel auf.
Mehr als jeder Zweite erzielt spürbare Verbesserungen
Besonders hervorzuheben: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden erzielte Verbesserungen, die im täglichen Leben deutlich spürbar waren. In der Kontrollgruppe waren es nur 23 Prozent. Besonders das Erinnern von Informationen verbesserte sich nach dem Training signifikant. „55 Prozent der Teilnehmer zeigten eine klinisch relevante Verbesserung“, so die Studienautoren.
Auch die Lebensqualität verbesserte sich leicht. Depressionen, Angst oder Stress änderten sich jedoch kaum, die Ausgangswerte waren bereits niedrig.
Das Gehirn bleibt bis ins hohe Alter anpassungsfähig
Die Ergebnisse zeigen die Anpassungsfähigkeit des Gehirns. Selbst im fortgeschrittenen Alter reagieren wichtige Gehirnregionen wie der Hippocampus und der Thalamus auf Training. Dies gibt Hoffnung, dass ein solches Programm den Verlauf von Demenzkrankheiten verzögern könnte.
Kurz zusammengefasst:
- Ein zwölfwöchiges Heimtrainingsprogramm mit körperlichen Übungen, Denkaufgaben und Atemübungen steigerte bei älteren Personen mit einer Vorstufe von Demenz signifikant die kognitive Leistung.
- 55 Prozent der Teilnehmer erzielten spürbare Verbesserungen im Alltag, während sich der Zustand in der Kontrollgruppe verschlechterte.
- Das Programm war alltagstauglich, sicher und demonstrierte die Anpassungsfähigkeit des Gehirns auch im Alter.
Der Artikel wurde ursprünglich von unserem Partner Smart Up News veröffentlicht.
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