Von : Max Jäger

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ARD und ZDF gegen ProSiebenSat.1: Konflikt um Joyn eskaliert!

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ProSiebenSat.1 hat die Mediatheken von ARD und ZDF in seinen Streaming-Dienst Joyn integriert, was von den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht unterstützt wird.

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF haben rechtliche Maßnahmen gegen ProSiebenSat.1 eingeleitet, nachdem dieser ihre Mediatheken in seinen Streaming-Service Joyn eingebunden hat. Dies wurde unter anderem von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet.

Die ARD teilte der FAZ mit, dass keine Testphase vereinbart wurde, die das Einbetten der ARD Mediathek auf Joyn einschließt und man hat sich ausdrücklich gegen die Integration ausgesprochen. Die ARD betont, dass die Einbindung ihrer Mediathek-Inhalte auf Joyn „rechtlich nicht gestattet und nicht im Sinne des öffentlich-rechtlichen Auftrags“ sei. Auch das ZDF plant, rechtliche Schritte gegen ProSiebenSat.1 einzuleiten, so die FAZ.

Vor Kurzem startete ProSiebenSat.1 unerwartet mit der Integration der Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender in seinen Streaming-Dienst Joyn. Seitdem sind die Inhalte von ARD und ZDF über Joyn verfügbar, ohne dass dafür ein Abonnement oder ein Account bei der Streaming-Plattform notwendig ist. ProSiebenSat.1 beschreibt dies als eine „Content-Kooperation“, die sich derzeit noch in einer Testphase befindet.

Die öffentlich-rechtlichen Sender sehen in dieser Kooperation jedoch einen Fehltritt. Laut Deutschlandfunk kritisierte der ARD-Vorsitzende Florian Hager das Handeln von ProSiebenSat.1 als „modernes Raubrittertum“. „Das ist eine neue Form der Piraterie, die ich mir nicht hätte vorstellen können“, äußerte Hager. Er betonte, dass die Mediatheken von ARD und ZDF kein Selbstbedienungsladen seien.

Ende Januar verkündete ProSiebenSat.1 in einer Pressemitteilung eine „Inhalte-Kooperation“ mit ARD Plus und der WDR mediagroup, die es ermöglichen soll, Serien wie „Die Lindenstraße“ und „Das Großstadtrevier“ auf Joyn zu zeigen. Über das Ausmaß dieser Vereinbarung scheint jedoch Uneinigkeit zwischen dem Medienunternehmen und den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu herrschen.

ProSiebenSat.1 argumentiert gegenüber dem Medienmagazin DWDL, dass das Embedding der Mediatheken rechtlich durch die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs gedeckt sei. Auf dieser Rechtsinterpretation basierend, integriert ProSiebenSat.1 auch in Österreich Inhalte von ORF.

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