Ist das noch ein Küchengerät? c’t 3003 hat den Thermomix TM7 vor dem Verkaufsstart ausprobiert.
Kühne Behauptung: Die hochpreisigen Thermomix-Geräte zählen mittlerweile eindeutig zu den global bedeutendsten deutschen Consumer-Tech-Produkten. Mit dem TM7 kommt nach sechs Jahren erstmals ein neues Modell auf den Markt, was das Team von c’t 3003 dazu veranlasste, es zu testen.
Video-Transkript
(Anmerkung: Dieses Transkript ist für Personen gedacht, die das obige Video nicht ansehen können oder möchten. Der Text gibt nicht alle Informationen der visuellen Spur wieder.)
Schau her, ich bereite gerade mein Mittagessen mit dem brandneuen Thermomix TM7 zu. Und falls ihr euch jetzt fragt, warum geht es hier ums Kochen auf einem Tech-Kanal? Nun, ich möchte die gewagte These aufstellen, dass die Thermomix-Geräte zu den bedeutendsten Consumer-Tech-Produkten aus Deutschland geworden sind, weil sie längst nicht mehr nur einfache Küchengeräte sind.
Schaut nur, wie sehr das eingebaute Touchscreen-Display in den letzten drei Generationen gewachsen ist. Und ja, ich finde es auch etwas amüsant, dass der Hersteller Vorwerk die erste Vorstellung des TM7 im März inszenierte, fast wie eine Apple Keynote. Und ja, das Gerät weckt Emotionen und ist tatsächlich sehr erfolgreich. Laut Vorwerk wurde das Vorgängermodell TM6 seit seiner Einführung im Jahr 2019 über 8 Millionen Mal verkauft. Und dieses Gerät kostet 1500 Euro.
In diesem Video werde ich als jemand, der normalerweise nicht gut kochen kann, mir ein erstes Urteil darüber bilden, ob ich mit dem TM7 ohne jegliche Kochfähigkeiten etwas Essbares zubereiten kann. Ehrlich gesagt, bin ich selbst sehr gespannt darauf. Ich habe auch kompetentere Kochkollegen dabei, Lukas und Alex, die ebenfalls beurteilen werden, was der neue TM7 besser oder schlechter macht als die Konkurrenz und die Vorgängermodelle.
Und jetzt auch für diejenigen unter euch, die noch nie etwas vom Thermomix gehört haben. Das sind Geräte, die Lebensmittel zerkleinern, mixen, erhitzen und anbraten können. Sie ersetzen also im besten Fall viele Einzelgeräte, wie Mixer, Dampfgarer, Waage, Zerkleinerer, also Foodprozessor, Kochtopf, Rührgerät, Eismaschine, Joghurtbereiter, Reiskocher, Slowcooker und Sous-Vide-Gerät.
Ja, und die große Frage ist natürlich jetzt nicht nur, für wen sich so etwas lohnt, sondern auch, wenn man bereits einen TM6 besitzt, was kann der TM7 dann besser? Dafür haben wir schon mal eine Tabelle vorbereitet, in der man die relevanten Veränderungen auf einen Blick sieht. Klar, schwarzes Gehäuse statt Weiß und Silber, kein klobiges Urnendesign mehr wie beim TM6, zudem ein viel größeres Tablet als zuvor, das auch deutlich flüssiger laufen soll als beim Vorgänger. Der TM7 soll viel leiser sein und man kann das Gerät jetzt auch oben offen lassen, während es kocht.
Aber das hat natürlich auch Nachteile, denn beliebte Zubehörprodukte wie Wundermix, Wunderslicer und Wundercentix Saft Pro und der Vorwerk Gemüse-Styler funktionieren nicht mehr. Zudem ist ein großer Kritikpunkt auch das für die Rezeptdatenbank Cookidoo erforderliche Abo, das 60 Euro im Jahr kostet. Wir gehen all diesen Dingen auf den Grund. Bleibt dran.
Ja, und dann war ich auch schon in Hamburg im Vorwerk-Store am Jungfernstieg und konnte dort den TM7 ausprobieren. Obwohl das Gerät zu dem Zeitpunkt noch nicht öffentlich gestartet war und auch noch nicht die finale Software-Version darauf war, war ich echt positiv überrascht, weil ich alles selbst testen durfte, was ich wollte. Also da wurde ich von nichts abgehalten. Also auch so etwas wie den Deckel während des Kochvorgangs öffnen, das Display mit total nassen Fingern berühren oder ausprobieren, wie gut der interne Reinigungsmodus nach dem Kochen von klebrigen Sachen funktioniert. Alles kein Problem.
Ja, und was ich da gemacht habe, das ist das, was Vorwerk intern so schön oldschool als Erlebniskochen bezeichnet wird. Das ist quasi die User Experience, die man hat, wenn man einen Vorwerk-Kundenberater einlädt und die oder der dann das Gerät vorführt. Ist aber nicht mehr so wie früher bei den Staubsaugern. Man kann einen Thermomix zwischendurch einfach online kaufen oder in den Vorwerk-Geschäften. In so einem war ich dann ja auch in Hamburg.
Erlebnisgekocht haben wir auf jeden Fall zwei Sachen. Einmal einen mediterranen Tomatenaufstrich und einmal indisches Kokosnuss-Dhal. Alles komplett angeleitet vom Thermomix TM7. Ja, das ermöglicht die Rezept-Datenbank Cookidoo. Und da wählt man einfach aus, was man machen will. Dann kann man auch die Zutaten direkt bestellen über Bringmeister.de, Rewe oder Amazon Fresh, je nachdem, was am Wohnort vorhanden ist.
Ja, und dann wählt man da halt Tomatenaufstrich auf dem Touchscreen aus und dann sagt der TM7 „Öl reinkippen, 60 Gramm“. Und dann sieht man dank der eingebauten Waage direkt, wie viel man da schon reingekippt hat. Und bei 60 Gramm schaltet der TM7 dann automatisch auf den nächsten Schritt um. Das ist eine neue Funktion, die man aber auch deaktivieren kann. Also so, dass man immer selbst bestätigen muss, wenn es weitergehen soll.
Ja, also dann noch Möhren, Zwiebeln, Butter rein, dann auf Go drücken und dann wird das im Topf automatisch kurz angebraten. Dann nochmal fünf Sekunden zerkleinert und dann muss man den Topfinhalt kurz manuell mit dem mitgelieferten Silikonspachtel nach unten schieben und dann nochmal Butter, Tomatenmark, Gewürze rein. 15 Sekunden kübieren und fertig. Ja, das hat wirklich nur ein paar Minuten gedauert.
Und große Frage, wie das schmeckt? Okay, das hat wirklich fantastisch geschmeckt. Ganz ehrlich, die Paste war noch warm, total frisch. Schmeckt einfach, ja, leider geil. Ich habe mir da ehrlich gesagt fünf oder sechs Brotstücke vollgepackt mit dem Zeug. Hat mir gut gefallen. Aber dieser Aufstrich, das scheint mir auch so das Go-To-Ding zu sein, was auf den Erlebnis-Kochen-Veranstaltungen benutzt wird, um die Leute zu beeindrucken, weil das halt wirklich richtig schnell geht und einfach ist und halt wirklich gut schmeckt. 8500 Bewertungen auf dem Cookidoo-Portal können nicht irren.
Also direkt mal eine Zwischenbewertung hier. Also die Bedienung auf dem 10-Zoll-Touchscreen funktioniert top. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist echt deutlich besser als beim Vorgänger TM6. Also auch wenn man schnelle Mobilgeräte gewohnt ist, das ist dann, wenn man dann in die Küche zum TM7 kommt, keine schmerzhafte Umstellung mehr. Das Ding reagiert wirklich genauso flüssig wie aktuelle normale Technik.
Ja, und sowieso das User-Interface. Das gefällt mir tatsächlich ungewöhnlich gut für ein deutsches Produkt. Looking at you, Autohersteller. Also das hat auch so kleine visuelle Nettigkeiten wie zum Beispiel diese Animation, wenn man den Mixtopf rein und raus macht oder den Deckel oben auf und zu macht. Das wird nicht nur vom Gerät erkannt, sondern man sieht dann auch so eine kleine nette Animation.
Ja, und ich habe den Deckel auch mal mitten beim Pürieren aufgemacht. Dann wird das erkannt und dann stoppt das, bis man wieder zumacht und dann geht es automatisch wieder weiter. Wird auch auf dem Display angezeigt. Ja, und danach haben wir dann statt nur so einem Dip auch eine Hauptmahlzeit gekocht. Nämlich indisches Kokosnuss-Dhal, auch aus der Rezeptdatenbank.
Kleiner Hinweis vom c’t-Redakteur-Keno: Das schreibt man mit Bindestrich, Vorwerk. Naja gut, also das hatte auf jeden Fall sogar noch weniger Arbeitsschritte als der Dip. Dafür dauerte der Kochvorgang mit 15 Minuten etwas länger. Aber das hat auch richtig gut geschmeckt. Also halt deutsch gewürzt, das hätte ich jetzt für mich persönlich noch etwas abgeändert, aber wirklich gute Konsistenz und auch das ging beeindruckend schnell, fand ich.
Und auch leiser, als ich gedacht hatte. Also beim Kochvorgang hört man fast gar nichts. Ja gut, aber wenn die Messer dann losballern, das hört man schon. Aber man nimmt auf jeden Fall die Kunststoffummantelung wahr, bringt also was, dämmungsmäßig. Und die Ummantelung sorgt auch dafür, dass man den Mixtopf problemlos anfassen kann, während drinnen gekocht wird. 30 Grad haben wir gemessen, während drinnen gekocht wurde. Also gerade mal lauwarm.
Und das sind beides, also sowohl die Lautstärke als auch die Möglichkeit, das anfassen zu können, klare Verbesserungen gegenüber dem TM6. Achso, ich habe übrigens gefragt, außer dem Grundgerät darf wirklich alles, was da beim TM6 mitgeliefert wird, in die Spülmaschine. Gibt aber auch so Selbstreinigungsfunktionen, die ziemlich gut funktionieren. Hier seht ihr das mal nach dem Dhal-Kochen, vorher und nachher. Ich habe nur einen kleinen Tropfen Spüli reingetan.
Ja, und nochmal zu diesen unterschiedlichen Kochebenen. Also man hat am Ende wirklich drei unterschiedliche Ebenen, in denen man unterschiedliche Dinge kochen kann. Also einmal hier im Mixtopf zum Beispiel Soße, im Gareinsatz vielleicht Reis. Und dann hat man hier oben noch den Varoma, so heißt dieser große Dampfgaraufsatz bei Vorwerk. Ja, da kriegt man sechs Stück Hühnerbrust rein zum Beispiel. Ja, und der Varoma-Aufsatz, der ist jetzt auch deutlich größer geworden als beim Vorgänger. Und alle diese drei Ebenen können vom Thermomix automatisch angesteuert werden. Das heißt, im besten Fall sind alle Lebensmittel in den drei Ebenen gleichzeitig fertig und können dann direkt serviert werden.
Schlussfolgerung
Ich merke, dass ich heute in Hamburg so ein bisschen in diesen Thermomix-Strudel hineingezogen wurde. Also vor dem „Erlebniskochen“ war für mich ganz klar, dass ich nicht die Zielgruppe für ein 1550 Euro teures Küchengerät bin. Aber puh, jetzt überlege ich echt ein bisschen. Die Frage ist für mich aber vor allem, ob das auch etwas für Leute mit normalem Sehvermögen ist oder ob es schon sehr püree-lastig ist, was man damit gut machen kann?
Die Vorwerk-Leute versichern, dass man damit auch viele andere Dinge zubereiten kann. Das sieht man auch in der Cookidoo-Datenbank und in den unzähligen Zeitschriften, die es extra für den Thermomix gibt, was ich immer wieder erstaunlich finde. Also wenn euch das interessiert, würde ich mich durchaus auf einen Langzeittest in meiner Küche einlassen, denn ich bin jetzt, wie gesagt, schon ein bisschen begeistert.
Der mediterrane Tomatendip hat mich schon ein bisschen angefixt. Aber ich weiß ehrlich nicht, wie regelmäßig ich das Gerät benutzen würde. Das kann ich im Moment absolut nicht einschätzen. Da freue ich mich über meinen Job, dass ich das einfach mal ausprobieren kann.
Interessant finde ich, dass es bei Thermomix ja einmal die Zielgruppe der Profi-Köche gibt, die damit Sous-Vide-Zubereitungen machen und irgendwelche ausgefallenen Soßen und man kann damit auch fermentieren und solche Sachen.
Ich sage mal: Das habe ich bei mir jetzt im Moment nicht auf der direkten To-Do-Liste. Aber tatsächlich spricht mich das als Koch-Anfänger auf jeden Fall an, dass mir das Gerät einfach die ganze Zeit Sicherheit gibt und dass mir halt wirklich auch einfach, weil faul bin ich natürlich auch, dass mir das Gerät auch wirklich Arbeit abnimmt.
Also man hat, finde ich, so ein bisschen diese zwei Pole von den Profis und den faulen Total-Anfängern, für die das interessant ist. Vielleicht schätze ich das aber auch völlig falsch ein. Muss ich mal wirklich intensiver ausprobieren.
Ich war übrigens zuerst ziemlich erschüttert, dass bei so einem teuren Gerät die Rezeptfunktion namens Cookidoo 60 Euro im Jahr kostet, also als Abo. Aber jetzt muss ich aber schon sagen, dass das alles schon einen sehr guten und gepflegten Eindruck macht, mit schönen Bildern und allem drum und dran. Also es wirkt liebevoll, was halt auf jeden Fall Geld kostet im Betrieb.
Und ja, 60 Euro im Jahr, muss man sich überlegen. Will man das auf jeden Fall nicht bezahlen, kriegt man auf jeden Fall immer noch 290 vorinstallierte Rezepte. Und das sind laut Vorwerk auch wirklich mit die beliebtesten. Also auch ohne Abo macht das Ding offenbar Spaß.
Was für mich übrigens ganz klar ein Argument pro TM7 ist. Das Ding sieht für mich viel besser aus als der TM6. Also ich weiß nicht, TM6, da habe ich so einen Widerstand, mir sowas in die Küche zu stellen, aber TM7 ist cool.
Ja, und jetzt noch, wie versprochen, die Einschätzung von Lukas. Also ich finde, der neue Thermomix ist jetzt endgültig ein Tablet mit einer Küchenmaschine dran. Und wenn Vorwerk dann noch KI-Funktionen per Update nachreicht, dann wird das Gerät wirklich zu einem kleinen Küchencomputer, der dann Sprachsteuerung unterstützen soll und Rezepte per KI optimiert.
Also allein schon die Reaktionsgeschwindigkeit des jetzt deutlich größeren Displays, sogar mit nassen Händen, das ist schon wirklich eine Verbesserung zum Vorgänger. Aber es bleibt halt der relativ hohe Preis.
Ja, danke Lukas. Und Alex, was meinst du?
Also ich fand es echt gut, wie leise das Gerät geworden ist. Gerade in niedrigen Stufen hört man fast gar nichts mehr. Und auch von außen bleibt es einfach schön kühl. Also man kann es einfach anfassen. Finde ich sehr schön.
Bisschen ist halt immer noch der Preis die Frage. Das ist ja leider so ein bisschen der Nachteil von dem Thermomix. Und natürlich ist es letztendlich das Gerät von vorher nur mit ein paar kleinen Verbesserungen.
Ja, vielen Dank. Wie seht ihr das dann draußen? Benutzt ihr schon einen Thermomix oder interessiert euch das gar nicht? Bitte gerne alles in die Kommentare schreiben. Wir lesen wirklich jeden Kommentar. Und natürlich gerne abonnieren und Daumen nach oben. Tschüss.
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
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Experte für Popkultur und Filmfan, erkundet Max Jäger die Welt der Unterhaltung mit neugierigem und lockerem Blick. Er teilt gerne die Geschichten hinter den Stars und entschlüsselt die Trends, die die Medienlandschaft prägen.





