Von : Max Jäger

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Die Videospielindustrie ist ein Multi-Milliarden-Dollar-Markt, in dem deutsche Entwicklerstudios bisher nur eine untergeordnete Rolle spielen. Bundesförderungen sollen Abhilfe schaffen.

Nach fast zwei Jahren ohne die Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen, öffnet das Bundeswirtschaftsministerium erneut die Türen für deutsche Spieleentwicklerstudios. Seit Mai 2023 wurden keine neuen Förderanträge mehr angenommen, doch ab dem kommenden Montag ist die Antragstellung wieder möglich.

Das Ministerium hat neue Förderrichtlinien und einen Aufruf zur Einreichung von Projekten veröffentlicht. Allerdings gibt es bedeutende Einschränkungen, teilweise bedingt durch die vorläufige Haushaltsführung nach dem Scheitern der Ampelkoalition. Die Reaktion der Branche auf diese Richtlinien ist dementsprechend zurückhaltend.

Projekte mit einer Laufzeit von mehreren Jahren sind nur förderfähig, wenn sie zwischen 300.000 Euro und 900.000 Euro kosten. Größere Vorhaben sind zunächst faktisch ausgeschlossen. Zwar können auch sie Fördermittel beantragen, müssen aber bis Ende 2025 abgeschlossen sein – ein Zeitrahmen, der aus Sicht der Branche nicht realistisch ist, da die Entwicklung eines Spiels normalerweise mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Zudem ist die Förderung auf maximal zwei Millionen Euro pro Projekt begrenzt.

Für das Jahr 2025 sind etwa 67,5 Millionen Euro an Bundesmitteln für die deutsche Spieleindustrie vorgesehen. Das ist mehr als im Jahr 2024, als 50 Millionen Euro zur Verfügung standen. Es ist jedoch ungewiss, ob diese Mittel vollständig abgerufen werden können – nach Ansicht des Branchenverbandes Game könnte ein großer Teil des Budgets aufgrund der neuen Einschränkungen verfallen.

Felix Falk, der Geschäftsführer von Game, zeigt sich erleichtert darüber, dass die Bundesregierung noch in diesem Jahr den Förderaufruf veröffentlicht hat. Er merkt jedoch an, dass viele Unternehmen wegen der verschärften Bedingungen keine Fördermittel erhalten werden. „Das führt zu einem weiterhin bestehenden 30-prozentigen Kostennachteil im Vergleich zu Ländern wie Frankreich, Kanada oder Großbritannien“, so Falk.

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Falk drängt das Ministerium und den Haushaltsausschuss des Bundestages, die Situation zu verbessern. Nach der Bundestagswahl sollte die neue Bundesregierung auch die steuerliche Förderung in Angriff nehmen und für wettbewerbsfähige und verlässliche Rahmenbedingungen sorgen.

Die Spielebranche erlebte während der Corona-Jahre ein starkes Wachstum, da die Menschen mehr Zeit zu Hause verbrachten und somit auch mehr Zeit zum Spielen hatten. Nach dieser Boom-Phase ließ die Nachfrage etwas nach, und die Studios gerieten unter Druck. „Zuletzt war die Branche wieder etwas optimistischer gestimmt – hoffentlich hält dieser leichte Aufwärtstrend an“, äußert sich Falk.

Zu den großen, in Deutschland ansässigen Spieleentwicklern gehört Ubisoft. Das Unternehmen entwickelt Strategiespiele wie „Anno 1800“ und betreibt Studios in Berlin, Düsseldorf und Mainz. Benedikt Grindel, der Deutschlandchef von Ubisoft, kritisiert, dass die Förderung für große und mittlere Projekte völlig ungeeignet sei. Große Projekte benötigen drei bis fünf Jahre. „Die Vorgabe, bereits in einem Jahr fertig zu sein, ist daher illusorisch“, so Grindel.

Grindel betont, dass die nationalen Förderregeln eine wichtige Rolle bei Investitionsentscheidungen internationaler Spielefirmen spielen. „Deutschland sendet derzeit kein positives Signal an die globale Branche – während andere Länder verlässliche Regeln bieten und stärker fördern, erleben wir in Deutschland ein Hin und Her, statt Verlässlichkeit eine Zitterpartie.“

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