Viele Gartenbesitzer denken sich nicht viel dabei, einen Nagel in einen Baum zu schlagen, während andere vehement davor warnen. Was ist nun korrekt?
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass ein einzelner Nagel ausreicht, um große Bäume zum Absterben zu bringen. Speziell geht es dabei um Kupfernägel und deren Ionen, die in einer sauren Umgebung freigesetzt werden.
Diese Ionen werden auch verwendet, um Schnecken mit Kupferstreifen aus Gärten fernzuhalten, da diese Tiere darauf sehr empfindlich reagieren. Aber wie wirkt sich das auf Bäume aus? Sollten überhaupt Nägel oder Schrauben in das Holz getrieben werden?
Kupfernagel im Baum: Vergiftet das den Stamm?
Ein Nistkasten am Baum anbringen, einen Aushang machen oder eine Girlande zur Dekoration aufhängen: Einfach einen Nagel ins Holz schlagen, und alles hält. Oder vielleicht planen Sie sogar, ein Baumhaus zu bauen und den Stamm mit Schrauben zu versehen.
Es gibt das Gerücht, dass schon ein einzelner Kupfernagel ausreicht, um einen großen Baum sterben zu lassen. Doch stimmt das wirklich? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass dies nicht der Fall ist. Die betreffende Studie wurde sogar schon vor fast 50 Jahren durchgeführt, und dennoch hält sich das Gerücht hartnäckig.
Im Jahr 1976 führte die Universität Hohenheim einen Versuch mit verschiedenen Baumarten durch, die mit bis zu acht Kupfernägeln versehen wurden. Keiner der Bäume hat den Test negativ überstanden – die Pflanzen isolieren die Wunden im Holz effektiv. Kupferionen können also nicht in den Kreislauf der Pflanze gelangen, und selbst wenn, wäre die Menge nicht ausreichend, um Schaden anzurichten.
Es gibt jedoch tatsächlich eine Art von Nägeln, die für Bäume gefährlich werden könnte.
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Eisennägel sollten vermieden werden
Die meisten handelsüblichen Nägel bestehen aus Eisen. Diese sind für den Innenbereich völlig geeignet, doch im Außenbereich sind sie anfällig für Rost. Dies kann Probleme verursachen, wenn sie in einen Baum geschlagen werden.
Obwohl Eisenoxid an sich harmlos ist, führt der entstehende Rost zu kleinen Öffnungen im Holz, durch die Schädlinge eindringen können. Sie öffnen ihnen also buchstäblich Tür und Tor und schaden dem Baum langfristig.
Falls es unvermeidlich ist, verwenden Sie besser Nägel aus Aluminium. Diese rosten nicht und sind zudem weicher, was das Entfernen aus dem Holz erleichtert.
Bei größeren Projekten wie dem Bau eines Baumhauses sollten Sie sich umfassend informieren. Es gibt spezielle Baumhausschrauben, die der Stamm binnen drei Jahren quasi „umhüllt“, ohne das Dickenwachstum der Pflanze zu beeinträchtigen – im Gegensatz zu Klemmlösungen oder Gurtbändern.






