Heißluftfritteusen sind kraftvolle Küchengeräte. Doch verbrauchen sie deshalb viel Strom? CHIP-Testexperte Christoph Giese gibt Aufschluss.
Heißluftfritteusen gelten als fettarme, schnelle und preiswerte Alternative zu herkömmlichen Öfen und Fritteusen. Doch immer wieder stellt sich die Frage, ob diese Geräte wirklich energieeffizient sind. Mit einer Leistung von 1.500 bis 2.500 Watt scheinen sie auf den ersten Blick viel Strom zu verbrauchen, insbesondere im Vergleich zu Mikrowellen, die nur etwa 1.000 Watt benötigen.
Sind Heißluftfritteusen also tatsächlich Energieverschwender? Christoph Giese, Experte im CHIP Testcenter, hat sich dieser Frage angenommen und gibt Entwarnung.
CHIP prüft: Stromverbrauch beim Zubereiten von Pommes
Zuerst sollte man beachten, dass die vom Hersteller angegebene Wattzahl nicht dem tatsächlichen Energieverbrauch entspricht. Diese Leistung wird hauptsächlich von den Heizelementen benötigt, die im Gegensatz zum eingebauten Ventilator nur zeitweise aktiv sind. „Die Heizelemente einer Heißluftfritteuse können nicht wie bei einem Thermostat heruntergeregelt werden“, erklärt Christoph Giese, „Sobald die Temperatur den eingestellten Wert überschreitet, schalten sich die Heizelemente ab und erst wieder ein, wenn die Temperatur im Garraum stark fällt.“
Wie das untenstehende Diagramm zeigt, wird die volle Leistung nur während der Aufheizphase abgerufen, danach wechseln sich Phasen mit hohem und niedrigem Energieverbrauch ab. In diesem Beispiel hat Christoph Giese 300 Gramm Pommes in einer Heißluftfritteuse mit 1.800 Watt zubereitet, bei einer Temperatureinstellung von 200 Grad Celsius und über 20 Minuten. „Diese Pommes haben 361 Wh verbraucht. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde sind das ungefähr 11 Cent Stromkosten“, erklärt Giese. Bei konstanter Leistung von 1.800 Watt würden die Stromkosten auf 18 Cent ansteigen.
Im Gegensatz dazu benötigt eine Mikrowelle konstant die eingestellte Leistung. Giese merkt an, dass man Heißluftfritteusen nicht mit beliebigen elektrischen Geräten vergleichen sollte, sondern mit Küchengeräten, die zum Aufbacken genutzt werden. Pommes, Gebäck und Braten gelingen nicht in einer Mikrowelle; die einzige Alternative ist der Backofen. Und dieser ist aufgrund der Größe des Garraums deutlich weniger effizient.
Wer auch mit einer Heißluftfritteuse Strom sparen möchte, sollte beim Kauf auf das richtige Fassungsvermögen achten, nicht nur auf die Leistung, rät der CHIP-Experte. Das Verhältnis zwischen Garraum und der Menge der zubereiteten Lebensmittel sollte stimmig sein. Für unterschiedlich große Portionen könnten Dual-Heißluftfritteusen eine gute Wahl sein. „Wenn für eine kleine Portion Pommes nur ein Fach benutzt wird, ist das stromsparender als dieselbe Menge in einem großen Fach einer Single-Heißluftfritteuse zuzubereiten“, erklärt Giese.
Die besten Heißluftfritteusen im CHIP Test (Auswahl aus 24 getesteten Produkten)






