Die Universität Cambridge entwickelt eine innovative Therapie, um Gehirnschäden, die durch Parkinson verursacht werden, zu behandeln.
An der Universität Cambridge wird an einer bahnbrechenden Behandlungsmethode für Parkinson geforscht. Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit einem Budget von 83 Millionen Euro arbeiten Wissenschaftler daran, beschädigte Nervenverbindungen durch Gehirnimplantate zu erneuern. Diese Implantate enthalten sogenannte „Mittelhirn-Organoide“, kleine Zellansammlungen, die in den betroffenen Regionen des Gehirns eingesetzt werden. Ziel ist es, präzise Behandlungen zu entwickeln, die die normale Gehirnfunktion wiederherstellen, erklärt Professor George Malliaras vom Ingenieurwesen der Universität Cambridge.
Pionierarbeit in der Forschung an neuen Parkinson-Therapien
Die Forschung unter der Leitung von Malliaras und Professor Roger Barker aus dem Department für klinische Neurowissenschaften umfasst Partner wie die Universität Oxford, die Universität Lund und das Unternehmen BIOS Health.
Dieses Projekt ist eines von 18, die im Rahmen des „Precision Neurotechnologies“-Programms durch die Advanced Research + Invention Agency (ARIA) gefördert werden, mit dem Ziel, neue Schnittstellen zwischen Gehirn und Technologie für die gezielte Behandlung von neurologischen Krankheiten wie Alzheimer, Epilepsie und Depressionen zu entwickeln.
Über die nächsten vier Jahre hinweg zielt das Forschungsprogramm darauf ab, Finanzierungslücken zu schließen und ungenaue Behandlungsmethoden zu verbessern. Experten glauben, dass dadurch langfristig verschiedenste neurologische und neuropsychiatrische Erkrankungen effektiver behandelt werden könnten, was die Lebensqualität der Patienten erheblich verbessern und die gesellschaftlichen sowie ökonomischen Lasten dieser Krankheiten verringern würde.
Die Dringlichkeit innovativer Parkinson-Therapien
Parkinson wird durch das Absterben von Dopamin-produzierenden Zellen im Gehirn ausgelöst, was zu Bewegungsstörungen und weiteren Symptomen führt. Obwohl die aktuellen Dopamin-basierten Behandlungen anfangs wirksam sind, können sie mit der Zeit zu ernsten Nebenwirkungen führen.
In Großbritannien sind schätzungsweise 130.000 Menschen betroffen, mit jährlichen Kosten von etwa 19.000 Euro pro Patient, was zu einer Gesamtsumme von über 2,4 Milliarden Euro führt. Mit einer alternden Bevölkerung wächst auch die Nachfrage nach neuen Behandlungsansätzen.
Ein vielversprechender Ansatz besteht darin, die abgestorbenen Dopaminzellen durch neue zu ersetzen. Die bisherigen Methoden hatten jedoch Schwierigkeiten, die transplantierten Zellen erfolgreich in das bestehende Gehirnnetzwerk zu integrieren. Deshalb erforscht die Universität Cambridge eine innovative Methode mit Mittelhirn-Organoiden, die spezifisch in den betroffenen Gehirnregionen implantiert werden.
Innovative Implantate zur gezielten Verknüpfung von Gehirnzellen
Im Rahmen der von ARIA geförderten Forschung untersuchen Wissenschaftler, ob sich diese Organoide durch spezielle Substanzen und elektrische Stimulation effektiver mit dem neuronalen Netzwerk verbinden lassen. Die ersten Tests werden an Tiermodellen durchgeführt.
„Unser Ziel ist es, präzise Therapien zu entwickeln, die eine normale Gehirnfunktion wiederherstellen können“, erklärt Malliaras. Jacques Carolan, Programmdirektor bei ARIA, betont, dass bisher nur wenig in präzise Gehirn-Technologie-Schnittstellen investiert wurde.
Weitere Projekte für fortschrittliche Neurotherapien
Auch andere Forschungsgruppen profitieren von der ARIA-Förderung. So arbeiten Wissenschaftler des Imperial College London an einer neuen Art von biohybridisierten Neuronen. Ein Team aus Glasgow entwickelt innovative neuronale Roboter zur Behandlung von Epilepsie.
Das Unternehmen Navira aus London erforscht darüber hinaus Methoden, um Gentherapien effizienter ins Gehirn zu leiten. Diese Entwicklungen könnten die Behandlung von Parkinson und anderen neurologischen Krankheiten in Zukunft tiefgreifend beeinflussen.
Zusammenfassung:
- Wissenschaftler der Universität Cambridge entwickeln eine neue Parkinson-Behandlung durch Gehirnimplantate zur Wiederherstellung beschädigter Nervenverbindungen.
- Die Implantate enthalten Mittelhirn-Organoide, kleine Zellkomplexe, die gezielt in beeinträchtigte Gehirnregionen eingeführt werden, um eine natürliche Gehirnfunktion zu ermöglichen.
- Das Forschungsprojekt ist Teil eines mit 69 Millionen Pfund finanzierten Programms, das innovative Neurotechnologien zur präzisen Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Parkinson erforscht.
Der Artikel wurde ursprünglich von unserem Partner Smart up News veröffentlicht.
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