In Deutschland muss sich jede Gaststätte an eine wichtige Regel halten: Der umgangssprachlich genannte Apfelsaftparagraf dient dem Schutz der Gäste. Hier erfahren Sie, was es damit auf sich hat.
Getränke sind neben dem Essen eine wesentliche Einnahmequelle für Gastronomiebetriebe. Dabei ist vielen Gästen eine bestimmte Regelung nicht bewusst, obwohl sie von großer Bedeutung ist.
Es geht um den Apfelsaft-Paragrafen, der in allen deutschen Gaststätten eingehalten werden muss. Die wichtige Rolle dieser Regelung wird hier erläutert.
Der Schutz durch den Apfelsaft-Paragrafen
Der Apfelsaft-Paragraf ist ein Teil des deutschen Gaststättengesetzes (GastG) und wurde Ende 2001 eingeführt. Paragraph 6 besagt:
„Ist der Ausschank von alkoholischen Getränken erlaubt, so müssen auf Nachfrage auch alkoholfreie Getränke angeboten werden. Mindestens ein alkoholfreies Getränk darf nicht teurer sein als das günstigste alkoholische Getränk. Bei der Preisberechnung wird der Literpreis zugrunde gelegt. Ausnahmen für Automaten sind durch die Behörde zulässig.“
Diese Regel soll insbesondere den Alkoholkonsum eindämmen. Wäre beispielsweise Bier das billigste Getränk, würden sich mehr Gäste dafür entscheiden, auch wenn sie keinen Alkohol trinken möchten. Besonders Jugendliche sollen auf diese Weise geschützt werden.
Um Umgehungen zu verhindern, gibt es weitere Bestimmungen.
Die Herkunft des Namens Apfelsaftparagraf
Einige Gastwirte könnten versuchen, die Regelung zu umgehen, indem sie beispielsweise einen Ingwer-Sellerie-Saft als günstigstes Getränk anbieten. Doch auch hier greift der Gesetzgeber ein, da dies als Regelumgehung gilt.
Die Gaststätten sind daher verpflichtet, ein „attraktives, dem üblichen Nachfrageverhalten entsprechendes Getränk“ anzubieten. Milch, warmer Tee oder Kaffee gelten dabei nicht. Apfelsaft hingegen ist ein gängiges Getränk, was den Namen des Paragrafen erklärt.
Zudem dürfen keine unattraktiven Mengen angeboten werden. Würde Cola nur in 1-Liter-Flaschen angeboten, entspräche dies zwar möglicherweise dem Preis des günstigsten alkoholischen Getränks, doch die Mehrheit der Gäste möchte nicht so viel auf einmal bestellen.
Apfelsaft-Paragraf: Regelungen im Ausland
In vielen Nachbarländern gibt es ähnliche Bestimmungen, wenn auch unter anderen Bezeichnungen. In der Schweiz beispielsweise, wo die Kantone diese Regelungen festlegen, schreibt Zürich vor, dass eine Auswahl an alkoholfreien Getränken anzubieten ist, die nicht teurer sein dürfen als das günstigste alkoholische Getränk.
In Österreich hingegen wurden nach der Einführung einer ähnlichen Vorschrift die Preise für Mineralwasser angehoben, um die Regelung auszureizen. Daher mussten Anpassungen vorgenommen werden, sodass nun zwei alkoholfreie Getränke günstiger sein müssen als das billigste alkoholische Getränk.
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