In Deutschland besteht Nachholbedarf beim bargeldlosen Bezahlen. Eine neue Regelung zur Zahlungspflicht könnte bald eingeführt werden.
In Deutschland sind Bargeld und Banknoten weiterhin das vorrangige gesetzliche Zahlungsmittel. Es muss akzeptiert werden, außer wenn es ausdrücklich in den Geschäftsbedingungen ausgeschlossen ist.
Die zukünftige Regierung ist sich jedoch einig, dass auch die Kartenzahlung als verpflichtende Option eingeführt werden sollte.
Im Koalitionsvertrag steht dazu: Wir garantieren, dass jeder selbst wählen kann, wie er im Alltag bezahlt. Wir erhalten das Bargeld als gängige Zahlungsoption und setzen uns für eine echte Wahlmöglichkeit im Zahlungsverkehr ein. Wir streben an, dass grundsätzlich Bargeld und mindestens eine digitale Zahlungsmöglichkeit schrittweise eingeführt werden.
Eine leichte Anpassung der Formulierung wurde jedoch vorgenommen. Zuvor stand im Positionspapier, dass … mindestens eine digitale Zahlungsoption schrittweise eingeführt werden muss.
Die Richtung ist jedoch klar: In der Zukunft soll man etwa in Restaurants oder Geschäften wählen können, ob man mit Bargeld oder Karte zahlt. Doch es geht nicht nur darum, den Bürgern das Bezahlen zu erleichtern.
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Zu hohe Steuerhinterziehung in Deutschland
Bargeld hinterlässt keine Spuren, elektronische Zahlungen schon. Deshalb sehen Politiker hinter der Pflicht zum Angebot von Kartenzahlungen ein Mittel gegen Steuerbetrug. Vor allem Branchen wie die Gastronomie gelten als bargeldintensive Bereiche. Hier arbeiten die meisten Betriebe ehrlich, es gibt aber auch schwarze Schafe.
Auch eine Pflicht zur Registrierkasse steht im Koalitionsvertrag: Für Geschäfte mit einem jährlichen Umsatz von über 100.000 Euro führen wir ab dem 01.01.2027 eine Registrierkassenpflicht ein.
So sollen alle Umsätze protokolliert werden. Der Hotel- und Gaststättenverband sieht beide Vorhaben kritisch, sind sie doch mit erhöhtem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden.
Die Deutsche Steuergewerkschaft würde es dagegen am liebsten sehen, wenn alles digital bezahlt werden würde. So sagt der Bundesvorsitzende Florian Köbler, „Wenn jeder mit Karte zahlen würde, wären die Steuereinnahmen sehr viel höher“. Da hat er sicher Recht, jedoch gehen die Pläne nicht so weit, das Bargeld einzuschränken. Vielmehr sollen Kartenzahlungen ebenso als Standard-Zahlungsmittel angeboten werden.
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Leidenschaftlich für Fakten, durchforstet Anna Köhler die Nachrichten, um eine klare und präzise Analyse globaler Ereignisse zu liefern. Mit langjähriger Erfahrung im Journalismus macht sie die Nachrichten für alle zugänglich, ohne Kompromisse bei der Wahrheit einzugehen.





