In „Atomfall“, einem Survival-Abenteuer von Rebellion, erkunden die Spieler eine kontaminierte Zone, die mehr bietet als nur Action.
Das Genre der postapokalyptischen Survival-Rollenspiele erlebt seit dem Erfolg von „Fallout“ einen Höhenflug. Spieler sammeln Ausrüstung, steigen im Level und basteln Gegenstände, oft kombiniert mit dynamischen Schießereien. Auf den ersten Blick scheint „Atomfall“ ein weiteres Spiel dieser Art zu sein, doch es unterscheidet sich in einigen Punkten. Anstatt linearer Missionen und reiner Action bietet das Spiel eine offene Welt mit vielfältigen Lösungsansätzen und unzähligen Geheimnissen.
Im Spiel erwacht ein namenloser Protagonist in einem Bunker und findet sich in einer Welt wieder, die von skurrilen Charakteren und Gefahren geprägt ist. Maskierte „Druiden“ jagen den Spieler, und verirrte Soldaten versuchen ein Militärregime zu etablieren. Dies alles findet in einem abgeriegelten Bereich im alternativen Großbritannien der Swinging Sixties statt. Die Verständnis des Protagonisten für seine Umgebung und dessen Zusammenhänge – eine nukleare Katastrophe, eine geheimnisvolle Krankheit und ein Meteorit – entwickelt sich langsam.
Rebellion hat „Atomfall“ keine typische Storyline verliehen. Die einzige Aufgabe des Helden ist die Flucht. Wie er das bewerkstelligt und mit wem er kooperiert, bleibt ihm überlassen. Er erkundet die Umgebung und trifft auf verschiedene Auftraggeber. Eine elitäre Dame verlangt den Diebstahl eines geheimnisvollen Buches, ein Wissenschaftler fordert eine geheime Laborprobe. Oft sind diese Aufgaben miteinander verknüpft und bieten verschiedene Lösungswege – ein Open-World-Spiel ohne riesige Weltkarte, aber mit vielen Zielen.
Erfolgreiches Chaos
Rebellion verknüpft in den teils ausgedehnten Quests klassische Survival-Elemente wie die Suche nach Ressourcen mit Horror-Aspekten. Die Erkundung eines unterirdischen Bunkers wird zu einem nervenaufreibenden Erlebnis, wenn plötzlich grässliche „Wilde“ angreifen oder ehemalige Wissenschaftler wie seelenlose Marionetten die Spieler bedrohen. Munition ist rar, Medikamente schützen vor Gift und Strahlung, doch manchmal ist die beste Option die Flucht.
Zu Beginn fühlt man sich orientierungslos, da das Spiel auf klare Wegweiser verzichtet. Oft ist detektivisches Gespür gefragt. Jeder Zettel und jede Notiz sollte genau untersucht werden. Manchmal muss man Ventile in der richtigen Reihenfolge drehen, manchmal weisen Koordinaten den Weg zu einem Bunker. „Atomfall“ ist ein Spiel, das auf Details achtet.
Unspektakuläre Action
Wer nach großem Spektakel sucht, wird hier nicht fündig. Die Kämpfe sind oft anstrengend, eine verrostete Schrotflinte richtet weniger Schaden an als erwartet und Nachladen ist nur im Stehen möglich. Jeder Hieb mit einer Axt ist verzögert – man spürt das Einatmen vor jedem Schlag. Wer sich lieber im Gras versteckt, muss vorsichtig sein, denn oft genügt eine kleine Bewegung, um die Gegner aufmerksam zu machen. Der Spielfluss ist dadurch oft unterbrochen. Action in „Atomfall“ ist mühsam.
Unser Held darf auch einige besondere Fähigkeiten erlernen. Hier etwas mehr Widerstandsfähigkeit, dort ein bisschen Verhandlungsgeschick bei Händlern. Ein Superheld wird er dadurch jedoch nicht. Der Fähigkeitenbaum in „Atomfall“ ist überschaubar, doch der Fortschritt erfordert Geduld. Trainingsbücher und Entwicklungspunkte sind rar gesät, was die Freude über ein verstecktes Upgrade in einem Bunker umso größer macht.
Entspricht die minimalistische technische und visuelle Umsetzung dem Spielprinzip? Das eigenwillige Alternativuniversum, in dem Roboter gegen verrostete Gewehre antreten, bietet britischen schwarzen Humor. Deshalb ist es nicht weiter tragisch, wenn die Landschaft aus der Ferne beeindruckt, aber aus der Nähe detailarm wirkt. Die Vertonung ist spärlich: Wer alles verstehen möchte, sollte entweder gute Englischkenntnisse haben oder die deutschen Untertitel einschalten. Dies mindert jedoch nicht den Unterhaltungswert dieses eigenartigen, postapokalyptischen Abenteuers.
Fazit
Ein charmantes Survival-Abenteuer, das sich von üblichen Spielmechaniken abhebt. Mit „Atomfall“ bietet Rebellion eine eigenwillige Missionsstruktur mit vielen Lösungswegen, die das Prädikat „Open-World“ verdienen. Das Spiel präsentiert ein originelles Szenario mit vielen Geheimnissen zum Entdecken.
Lange Wege und manchmal anstrengende Detektivarbeit könnten Actionfans abschrecken. „Atomfall“ erfordert Zeit und Geduld, aber kein geschicktes Daumen-Spiel. Ein Survival-Abenteuer für motivierte Entdecker abseits des Mainstreams.
„Atomfall“ erscheint am 27. März für Windows, PS5 und Xbox Series. USK ab 18. Es kostet etwa 50 – 60 €. Wir haben einige Stunden die Windows-Version angespielt.
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Experte für Popkultur und Filmfan, erkundet Max Jäger die Welt der Unterhaltung mit neugierigem und lockerem Blick. Er teilt gerne die Geschichten hinter den Stars und entschlüsselt die Trends, die die Medienlandschaft prägen.





