Microsoft Windows ist in der modernen Computerwelt allgegenwärtig. Aber wussten Sie, dass Microsoft einmal ein völlig anderes Betriebssystemkonzept versucht hat, das kläglich scheiterte?
Ein virtuelles Wohnzimmer als grafische Benutzeroberfläche zur Vereinfachung der Windows-Nutzung klingt ideal für Computereinsteiger und ältere Personen. Dieses Konzept wurde jedoch für Microsoft zu einem peinlichen Misserfolg.
Experten kritisierten die Software scharf, sie litt unter erheblichen Sicherheitslücken und passte selbst für die damalige Zeit nicht in den modischen Zeitgeist.
Microsoft Bob wurde erstmals im März 1995 vorgestellt und zielte darauf ab, die Nutzung des damaligen Betriebssystems Windows 3.1 zu erleichtern. Während sich Windows 95 nur wenige Monate später millionenfach verkaufte, floppte Microsoft Bob mit gerade einmal 58.000 verkauften Einheiten.
Die Software wurde rasch eingestellt und ging als einer der größten Flops in die Geschichte von Microsoft ein. Aber war die Idee wirklich so schlecht?
Microsoft Bob: Ein Windows für Anfänger
Das Grundkonzept der Software war durchaus innovativ: Wichtige Funktionen wie Kalender, Textverarbeitung oder Haushaltsmanagement wurden als Objekte in einem virtuellen Wohn- oder Arbeitszimmer dargestellt.
Ein Klick auf den Stapel von Blättern auf dem Tisch öffnete beispielsweise das Textverarbeitungsprogramm. Ein kleiner gelber Hund, der später als Suchassistent in Windows XP bekannt wurde, unterstützte die Nutzer bei der Bedienung der Programme und schlug mögliche Aktionen vor.
Trotzdem wirkte die comicartige Oberfläche wenig durchdacht. Nutzer mussten entweder die F1-Taste nutzen, um einen Überblick über die Funktionen zu bekommen oder ziellos im virtuellen Raum herumklicken, um sie zu finden.
Da die Software nicht der gewohnten Windows-Umgebung ähnelte, wurden PC-Neulinge nicht langsam an das Betriebssystem herangeführt, sondern eher ermutigt, sich gar nicht erst damit zu beschäftigen.
Auch problematisch: Bei mehrfacher Falscheingabe eines Kennworts konnte in Microsoft Bob einfach ein neues vergeben werden – ganz ohne Sicherheitsabfragen.
Microsoft Bob wurde heimlich über 500 Millionen Mal ausgeliefert
Lange kursierten Gerüchte, dass Microsoft Bob von einem Entwickler in Millionen von Windows-Kopien versteckt und an Endkunden ausgeliefert wurde. Zum 25. Geburtstag von Microsoft Bob wurde dieses Gerücht bestätigt: Der ehemalige Microsoft-Entwickler Dave Plummer erklärte in einem YouTube-Video, wie es dazu kam.
Er arbeitete damals an der Produktaktivierung von Windows XP und musste einen einfachen Weg finden, die Aktivierungsschlüssel den entsprechenden XP-Versionen (Einzelhandel oder OEM) zuzuordnen.
Die Lösung fanden die Entwickler, indem sie den freien Platz auf den Discs mit unterschiedlichem Ballast füllten, der mathematisch verschieden und nicht komprimierbar sein musste. Diese zusätzlichen Megabyte erschwerten es Raubkopierern, da das Hochladen und Hosten solcher Dateimengen damals eine große Hürde darstellte.
Anhand der Signatur des jeweiligen Ballastes konnte festgestellt werden, ob der eingegebene Windows-Aktivierungsschlüssel gültig ist. Dave nutzte als Ballast einfach die stark komprimierten Images von Microsoft Bob und verschlüsselte diese mehrfach, bevor sie auf den Installationsdiscs von Windows XP landeten.
Dies bedeutet, dass die Kopien von Microsoft Bob für Endkunden nicht zugänglich waren. Dennoch erreichte der größte Microsoft-Flop auf diesem Weg heimlich 500 Millionen Haushalte. Microsoft-Entwickler Raymond Chen fasste die kuriose Geschichte gut zusammen, indem er sagte, Bob habe dem Unternehmen tot mehr genützt als lebendig.
Schriftart Comic Sans: Das einzige Überbleibsel von Microsoft Bob
Microsoft Bob gilt daher wohl zu Recht als eines der gescheiterten Microsoft-Projekte. Mehr als zwanzig Jahre später ist die Software fast völlig in Vergessenheit geraten. Lediglich eines ist geblieben: Die inzwischen verhasste Schriftart Comic Sans.
Obwohl diese in der veröffentlichten Version von Microsoft Bob nicht einmal zu finden war, wurde sie ursprünglich für einen Einsatz in der comicartigen Windows-Umgebung entwickelt.
Unter der 32-Bit-Version von Windows 10 lässt sich Microsoft Bob auch heute noch installieren. Hier können bei einigen Features Fehlermeldungen auftreten, und sie sind möglicherweise nicht nutzbar.
Wer sich den Microsoft-Flop aber selbst einmal anschauen möchte, findet hier bei CHIP den passenden Download.
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