Von : Max Jäger

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Jagd nach Ersatzteilen: Geheimnisse des Hi-Score Videospielmuseums enthüllt!

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Regine Silbermann erzählt im Gespräch, wie das „Hi-Score“-Museum klassische Spiele wiederherstellt und weshalb das Verschwinden einer Baugenehmigungsakte zum Problem wurde.

Ein Besuch im Videospielmuseum Hi-Score in Hannover gleicht einer Reise durch die Zeit. Dort findet man ganz hinten die alten Spielkonsolen der siebziger Jahre und den Klassikern der achtziger Jahre wie „Defender“ und „Pac-Man“. Am anderen Ende des Raumes erleuchten die neuesten Multiplayer- und Rhythmusspiele unter der hohen Decke. Das Museum setzt auf Originalgeräte und echte Restaurationen statt auf Emulation, um den Besuchern ein authentisches Erlebnis zu ermöglichen.

Die neu bezogene große Halle an der Anna-Zammert-Straße 28 bietet nun mehr Platz für die Ausstellungsstücke. Umgeben von Geschäfts- und Supermärkten hat die Dauerausstellung nach einem Umzug und der Überwindung einiger bürokratischer Hindernisse hier ein neues Zuhause gefunden. An Wochenenden präsentiert das Museum auf über 1000 Quadratmetern hunderte von Exponaten aus den Jahren 1972 bis heute, einschließlich Konsolen, Heimcomputern und Arcade-Automaten.

Die ausgestellten Geräte dürfen größtenteils selbst ausprobiert werden, und das ohne zusätzliche Kosten für Münzen oder Token. Darüber hinaus gibt es spezielle Öffnungszeiten, beispielsweise während der Osterferien oder an Feiertagen, sowie Veranstaltungen und E-Sport-Turniere. Im Interview berichtet Organisatorin Regine Silbermann über die neu strukturierte Ausstellung, die Wartung der selten gewordenen Hardware und ihre Suche nach der verlorenen Baugenehmigungsakte.

heise online: Kommen die Besucher vorwiegend aus der Umgebung oder auch von weiter her?

Regine Silbermann: Auf unserem Parkplatz sehen wir mittlerweile Autokennzeichen aus allen Teilen des Landes, beispielsweise aus München, Frankfurt, Berlin, und sogar aus Österreich, Tschechien und den Niederlanden. Unser Museum hat sich einen Namen gemacht und wir erhalten durchweg positives Feedback. Viele Besucher sind überrascht von der Größe der Ausstellung und dem guten Zustand der Geräte. Uns ist es wichtig, dass die Geräte so präsentiert werden, wie sie ursprünglich gedacht waren.

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Was restauriert werden muss, wird sorgfältig umgesetzt, wie etwa der Austausch eines SCART-Anschlusses. Wir legen großen Wert darauf, die Original-Hardware und die originalen Röhrenfernseher zu verwenden, die höchstens durch andere Modelle derselben Art ersetzt werden. Viele Arcade-Hallen in den USA sind mittlerweile auf moderne Fernseher umgestiegen, aber das verändert das gesamte Spielgefühl der Achtziger- und Neunzigerjahre.

Setzt ihr immer noch auf geringe Werbung, um nicht zu viele Besucher anzulocken?

Samstags sind die Zeitfenster von 14 bis 18 Uhr und von 18 bis 22 Uhr oft ausgebucht. Wir mussten noch niemanden wegschicken, standen aber kurz davor. Daher ist es ratsam, vorher zu reservieren. Sonntags bietet sich mehr für spontane Besuche an, oder samstags von zehn bis 14 Uhr, wenn vor allem Familien mit Kindern kommen. Die Besucherzahlen des alten Standorts haben wir bereits übertroffen.

Was empfehlt ihr früheren Besuchern bezüglich der neuen Ausstellung? Habt ihr sie neu strukturiert und die Zahl der Exponate erhöht?

Wir haben unsere Ausstellungsfläche im Grunde verdoppelt. Frühere Exponate haben jetzt endlich den Raum, den sie verdienen, und es ist viel Neues hinzugekommen, sodass wir alles schön chronologisch ordnen können, ohne die beengten Verhältnisse der alten Räumlichkeiten. Wir haben jetzt über 1000 Quadratmeter zur Verfügung. Man beginnt in den Siebzigerjahren und geht dann durch die Jahrzehnte.

Im nächsten Jahrzehnt gibt es ein neues Achtzigerjahre-Wohnzimmer und viele neue Automaten. Auch einige bisher fehlende Konsolen und Handhelds haben wir ergänzt. Wir sind ständig auf der Suche nach Verbesserungen, aber es ist schwierig, noch Neues zu finden. Bei einer großen Auktion in Holland haben wir letzte Woche noch acht Automaten ersteigert, darunter „Dragon’s Lair“. Aber jetzt haben wir wohl alle wichtigen Meilensteine zusammen. Man kann sich umfassend über 50 Jahre Videospielgeschichte informieren und sie selbst erleben.

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Welche Kriterien sind euch bei Neuanschaffungen besonders wichtig?

Impact. Es geht nicht nur um alte Lieblingsspiele, sondern auch um Spiele wie „Q-Bert“. Trotz seiner veralteten Technik ist er eine Kultfigur und fehlte bisher in unserer Sammlung. Oder „Dragon’s Lair“: Nicht das spannendste Spiel, aber aufgrund seiner Grafik und der Laserdisc-Technik ein Meilenstein der Videospielgeschichte! Sehr teuer, aber es musste sein.

Wenn man Besucher nach weiteren Spielen fragt, sagen sie oft: „Ihr hattet ja ‚Donkey Kong‘, ‚Pac-Man‘, ‚Centipede‘ und ähnliche Spiele, ich wüsste jetzt nicht. Doch, wartet, da gab es dieses eine Spiel, wie hieß das nochmal?“ Das inspiriert uns dann. Wir schauen nach, ob es das Spiel noch irgendwo gibt, in welchem Zustand es ist und ob es vielleicht restauriert werden kann. Dann machen wir uns erneut auf die Suche.

Wie können Besucher euch unterstützen oder sogar eine Anschaffung beeinflussen?

Wenn jemand über ein bestimmtes Thema begeistert spricht, hören wir natürlich zu. Dann sind auch wir begeistert und informieren uns über Texte, Highscores oder alte Videos. Das passiert sehr häufig. Zum Beispiel bei „Moon Patrol“, auf das wären wir nie gekommen. Wir dachten, die C64-Version wäre ausreichend. Doch ein Gast erzählte uns, wie viel besser die Arcade-Version sei, die er früher immer in der Kneipe gespielt hat. Wir bekommen immer wieder Anrufe, nicht nur aus der Region, sondern oft auch aus Süddeutschland, die uns zum Beispiel mitteilen: „Hier steht noch ein ‚Space Invaders‘, wollt ihr den haben?“

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