Das Ausdrücken von Pickeln im Gesicht birgt Risiken, die über einfache Rötungen hinausgehen. Insbesondere im Bereich des sogenannten „Todesdreiecks“ ist es ratsam, keine Eigenbehandlung vorzunehmen.
Häufig erscheint ein Pickel zu einem ungünstigen Zeitpunkt und der erste Reflex ist oft, ihn schnell zu entfernen. Dermatolog*innen raten jedoch insbesondere im Gesichtsbereich zur Vorsicht, da das Ausdrücken erhebliche Risiken mit sich bringen kann. Anstelle von Eigenbehandlung ist es wichtig zu verstehen, warum Zurückhaltung oft die bessere Wahl ist und welche alternativen Methoden effektiver sein können.
Warum Sie Pickel nicht selbst ausdrücken sollten
Obwohl der Wunsch, einen lästigen Pickel schnell loszuwerden, verständlich ist, kann das manuelle Ausdrücken den Zustand der Haut nach Angaben von Experten wie der AOK deutlich verschlechtern.
- Verstärkte Entzündung: Druck kann dazu führen, dass Eiter tiefer ins Gewebe eindringt, Bakterien sich ausbreiten und die Entzündung sich intensiviert.
- Narbenrisiko: Insbesondere bei tief sitzenden Pickeln besteht ein erhöhtes Risiko für dauerhafte Narbenbildung.
- Optische Folgen: Nach dem Ausdrücken ist die betroffene Stelle oft stärker gerötet und geschwollen und somit schwerer zu verdecken.
Gefährliche Zone im Gesicht: das „Todesdreieck“
Das „Todesdreieck“, das Bereich zwischen Nase und Mund, ist besonders riskant für Selbstbehandlungen, da hier wichtige Blutgefäße verlaufen und eine Infektion ernste gesundheitliche Konsequenzen haben kann.
Dr. Petra Wörl, leitende Ärztin an der Hautklinik Erlangen, informiert in der Apotheken Umschau über die spezielle Gefäßstruktur in diesem Bereich. Eine Infektion hier kann Bakterien über die Blutbahn direkt ins Gehirn transportieren, was von gefährlichen Blutgerinnseln bis zu einer tödlichen Sepsis führen kann.
Was tun, wenn sich ein Pickel im „Todesdreieck“ bildet?
Wenn ein Pickel im „Todesdreieck“ auftritt, sollten Sie diesen auf keinen Fall selbst bearbeiten. Stattdessen sollten Sie folgende Schritte beachten:
- Finger weg: Vermeiden Sie jegliches Drücken oder Manipulieren, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.
- Sanfte Reinigung: Reinigen Sie Ihr Gesicht vorsichtig mit einem milden, seifenfreien Reiniger und trocknen Sie es sanft ab.
- Antibakterielle Pflege: Lokal aufgetragene Cremes oder Gele können helfen, die Entzündung zu reduzieren.
- Kühlen statt drücken: Bei schmerzhaften Schwellungen kann ein kühlendes Tuch Linderung bringen.
- Arztbesuch bei starken Beschwerden: Bei starken Schmerzen, großen oder tiefen Pickeln sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen. Bei Symptomen wie Fieber oder starker Schwellung im Gesichtsbereich ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.
So entstehen Pickel
Pickel entstehen durch verstopfte Hautporen. Überschüssiger Talg, abgestorbene Hautzellen und Bakterien sind die Hauptursachen. Normalerweise schützt Talg die Haut, doch in Übermaßen kann er Poren blockieren und Entzündungen fördern.
- Hormonelle Veränderungen: Einflüsse wie Pubertät, Menstruation, Schwangerschaft oder Wechseljahre können die Talgproduktion erhöhen.
- Ernährung: Eine Ernährung reich an Zucker und Fett kann Hautunreinheiten begünstigen.
- Stress: Erhöhtes Cortisol kann sich negativ auf das Hautbild auswirken.
- Genetik: Eine genetische Veranlagung kann ebenfalls eine Rolle spielen.
- Kosmetik: Ungeeignete Hautpflegeprodukte oder Make-up können die Poren zusätzlich verstopfen.
Quellen: AOK, Apotheken Umschau und Westdeutsche Zeitung.
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