Begegnen Sie einem großen schwarzen Käfer, besteht die Möglichkeit, dass es sich um eine giftige Spezies handelt.
Statista berichtet, dass in Deutschland im Jahr 2022 insgesamt 46 Personen durch den Kontakt mit giftigen Tieren ihr Leben ließen. Obwohl diese Zahl hoch erscheint, ist das tatsächliche Risiko, gemessen an der Gesamtbevölkerung, sehr niedrig.
Überraschenderweise waren weder Schlangen noch Spinnen, die üblichen Verdächtigen, für diese Todesfälle verantwortlich. Stattdessen wurden 44 dieser Todesfälle durch Arthropoden verursacht, zu denen auch Insekten zählen.
Ein besonders gefährliches Exemplar ist der hier weniger bekannte Schwarze Ölkäfer, der auch in heimischen Gärten anzutreffen ist. Es ist wichtig, zu wissen, wie man sich in seiner Gegenwart verhält.
Schwarzer Ölkäfer: Erkennungsmerkmale des giftigen Insekts
Der Schwarze Ölkäfer, auch bekannt als „Maiwurm“, tritt häufig im Mai auf, ist jedoch bereits von Mitte März bis Juni auf Wiesen zu sehen.
Sie können das Insekt an folgenden fünf Merkmalen erkennen:
- schimmert schwarz-bläulich, bei Licht Metallic-Effekt
- dicker, länglicher Hinterleib
- Größe variiert zwischen 1,1 und 3,5 Zentimeter
- Fühler erinnern an kleine Perlen
- zurückgebildete Flügeldecken überlappen leicht
Der flugunfähige Ölkäfer ist tagaktiv und lebt auf Wiesenflächen, wo er eher langsam unterwegs ist – daher ist es nicht unwahrscheinlich, ihm dort zu begegnen. Allerdings ist das Tier laut der Roten Liste gefährdeter Arten als „gefährdet“ eingestuft, was auch Leif Miller vom Naturschutzbund (NABU) bestätigt: Der Ölkäfer „ist weder eine neue noch sich stark ausbreitende Art, wie oft behauptet wird.“
Ein Grund für die geringe Zahl an Käfern könnte ihre besondere Fortpflanzungsmethode sein: Die Ölkäfer legen zwar bis zu 10.000 Eier, aber die geschlüpften Larven müssen sich an einer passenden, bodenbrütenden Wildbiene festklammern, mit dieser in ihr Nest fliegen und sich dort als Schmarotzer allmählich zu einem ausgewachsenen Ölkäfer entwickeln. Ein sehr komplizierter Prozess!
Cantharidin: Warum der Ölkäfer gefährlich ist
Da der Schwarze Ölkäfer nicht gut gepanzert ist und weder fliegen noch besonders schnell laufen kann, hat die Evolution einen anderen Verteidigungsmechanismus für das Insekt entwickelt: Das hochpotente Gift Cantharidin.
Dieses befindet sich in einem Wehrsekret, welches der Käfer aus seinen Kniegelenken absondern kann, um sich für Fressfeinde ungenießbar zu machen – und für Menschen potenziell sogar tödlich.
Die gute Nachricht: Das ist nur der Fall, wenn es in die Blutbahn gelangt. Sie müssten also größere Mengen des Sekrets in Schleimhäute oder offene Wunden bekommen, damit es gefährlich für Sie wird. Der Käfer kann das Gift nicht verspritzen, daher ist das Risiko äußerst gering.
Gleichzeitig sollte der Hautkontakt mit dem Wehrsekret vermieden werden, da Cantharidin auch Juckreiz, Entzündungen, Bläschenbildung und in seltenen Fällen Nekrosen verursachen kann. Sollten Sie also das Sekret abbekommen haben, waschen Sie die Stelle sofort und gründlich mit Seife ab.
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Richtiges Verhalten bei Fund eines Schwarzblauen Ölkäfers im Garten
Wenn Sie einen Schwarzblauen Ölkäfer entdecken, bewahren Sie Ruhe. Dem NABU sind keine Fälle bekannt, in denen Menschen oder Haustiere durch den Käfer zu Schaden kamen. „Es gilt immer das Gleiche: nicht anfassen, schon gar nicht nach dem Tier schlagen, sondern nur beobachten“, so Leif Miller gegenüber der DPA.
Das giftige Wehrsekret tritt nur aus, wenn sich das Tier bedroht fühlt, etwa wenn Sie es festhalten oder quetschen. Dennoch sollten Sie es auch nicht vorsichtig hochnehmen und auf sich herumlaufen lassen.
Lassen Sie das Insekt also einfach weiterziehen, wenn Sie ihm in der Natur begegnen. Sollte es in Ihrem eigenen Garten auftreten, können Sie es vorsichtig mit einer kleinen Schaufel aufnehmen und außerhalb absetzen.
Wichtig ist, dass insbesondere Kinder und Haustiere keinen direkten Kontakt mit dem Schwarzen Ölkäfer haben, da sie die Gefahr nicht einschätzen können.
Historische Nutzung des Schwarzen Ölkäfers
Aufgrund seiner gefährlichen Eigenschaften wurde das Gift Cantharidin des Schwarzen Ölkäfers bereits in der Antike genutzt. In Griechenland diente es beispielsweise zur Vollstreckung von Todesurteilen, da bereits das Gift eines einzigen Käfers ausreichen konnte, einen Erwachsenen zu töten. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg, berichtet sogar von seiner Verwendung in neueren Zeiten für Morde.
Noch überraschender ist jedoch seine Verwendung als Aphrodisiakum: Vermischt mit Honig wurde das Gift zur Steigerung der Lust verwendet – dieser Trank wurde als „Spanische Flie
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